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News » Newsletter-Archiv » 2008 » Newsletter 10/2008 » Ratgeber: Was bietet die Deutsche Fernschule?
Im Entscheidungsprozess für einen Auslandsaufenthalt oder eine Auswanderung ergeben sich viele Fragen, Hindernisse und Herausforderungen. Besonders für Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter stellen sich viele Fragen rund um das Thema Schule und Unterricht. Wir haben den Geschäftsführer der deutschen Fernschule, Georg A. Pflüger, zum Angebot der Deutschen Fernschule interviewt, die ein umfassendes, individualisierbares und modular einsetzbares Schulprogramm für Kinder im Grundschulalter anbietet. Weitere Informationen finden Sie hier.
The American Dream (TAD): Welche Schulklassen umfasst das Lehrangebot der deutschen Fernschule?
GP: Mit den Lehrbriefen der Deutschen Fernschule stellen wir vollständig ausgearbeitete Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die es deutschsprachigen Kindern ermöglichen, im Ausland dieselben Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben wie ihre Alterskameraden in deutschen Grundschulen.
So bieten wir für den Vorschulbereich Früherziehungsmodule (ab drei Jahre) und unseren Vorschulkurs (ab fünf Jahre) an. Außerdem arbeiten wir im Grundschulbereich in den Klassen 1-4 (Deutsch, Mathematik, Sachunterricht).
In Englisch bieten wir ab Klasse 2 einen Einsteiger- (E1) und Aufbaukurs (E2) an. Mit Abschluss beider Kurse sind die Lerninhalte für Englisch an deutschen Grundschulen abgedeckt. Zudem können die Fächer Deutsch und Mathematik in Klasse 5 belegt werden.
TAD: Welche Voraussetzungen muss das Kind mitbringen?
GP: Unsere Kurse setzen altersgemäße Deutschkenntnisse voraus und sind nicht als Fremdsprachenkurse zu verstehen. Falls das Kind zuletzt eine deutschsprachige Schule besucht hat, genügt zur Einstufung eine Kopie des Versetzungszeugnisses. Ansonsten führen wir zur Einstufung Tests durch. Unser Ziel ist es, dass Kinder weder unter- noch überfordert werden und somit bei einer Rückkehr nach Deutschland optimal auf den Wiedereinstieg in das deutsche Schulsystem vorbereitet werden.
TAD: Wie viel Zeit braucht das Kind? Wie sieht ein Wochen- oder ein Jahresplan aus?
GP: Je nach Fächerbelegung machen wir Vorschläge zur täglichen Stundenplangestaltung. Grundsätzlich gilt: Unsere Jahreskurse (Einzelfach) sind gegliedert in 200– 280 Lektionen (eine Lektion entspricht etwa der Länge einer Schulstunde), die in zehn Monaten zu bewältigen sind, wenn das Kind pro Woche fünf bis sieben Lektionen erarbeitet. Zwei Monate stehen als Ferienzeit zur freien Verfügung. Der Beginn des Unterrichtsjahres ist je nach den persönlichen Gegebenheiten frei wählbar. Abweichungen von diesem Vorschlag der Unterrichtsverteilung sind jederzeit in Absprache mit uns möglich. Wir bieten hier größtmögliche Flexibilität.
TAD: Wie läuft der Fernunterricht konkret ab?
GP: Sobald die ersten Testeinsendungen des Kindes bei der Deutschen Fernschule eingehen, wird dem Kind eine Betreuungslehrkraft zugeteilt, die über das ganze Schuljahr sein persönlicher Ansprechpartner bleibt. Unsere Betreuungslehrkräfte sind ausgebildete Grundschullehrkräfte, die den Schulalltag kennen und zum Teil selbst Auslandserfahrung besitzen. Die Lehrkraft lernt im Laufe des Schuljahres Stärken und Schwächen des Kindes zusammenhängend kennen und kann darauf eingehen.
Nachdem die/der Betreuer(in) die Tests gelesen, korrigiert und beurteilt hat, werden diese mit einem persönlichen Brief per Email oder per Post zurück gesendet. Dieser „Betreuungslehrerbrief“ dient zum einen dem persönlichen Kontaktaufbau, zum anderen ist er ein wichtiges Instrument, um das Kind durch Lob und Verbesserungsvorschläge für den Unterricht zu motivieren. In „Elternbriefen“ (jeweils nach Quartal I und III) wendet sich die Lehrkraft direkt an die Eltern und berichtet über den Lernstand des Kindes. Die Eltern können sich darüber hinaus jederzeit mit Fragen an die Lehrkraft wenden. Sobald alle Tests eines Schuljahres eingegangen sind, stellt die Betreuungslehrkraft ein abschließendes Zeugnis aus. Beim Übertritt in Klasse 5 wird eine Empfehlung für eine weiterführende Schule ausgesprochen.
GP: Der Unterricht setzt altersgemäße Deutschkenntnisse voraus und findet ausschließlich in Deutsch statt. Bei Einzelfachbelegung (z.B.: Deutsch) besuchen Kinder häufig neben dem Fernunterricht nationale oder internationale Schulen mit fremdsprachlichem Unterricht.
GP: Ein Kind, das mit unseren Fernkursen arbeitet, braucht einen Lernhelfer vor Ort, der den Unterricht begleitet. Diese Aufgabe können die Eltern übernehmen oder auch andere deutschsprachige Personen (Au pair, Freies Soziales Jahr). Ein Lernhelfer benötigt keine pädagogische Vorbildung. Seine Aufgabe besteht darin, den Unterricht zu organisieren und zu begleiten. Im Einzelnen umfasst das die räumliche und zeitliche Organisation des Fernunterrichts, das Durcharbeiten der einzelnen Lektionen mit dem Schulkind, sowie den Kontakt zum Fernschulinstitut in Deutschland. Neben den Kontrollaufgaben, die das Kind selbständig anhand der beigefügten Lösungsblätter berichtigen kann, enthält jeder Kurs 20-50 Tests. Diese Tests werden per Email, Post oder Fax von dem Lernhelfer an die Deutsche Fernschule geschickt.
TAD: Wie verträgt sich der Besuch der Deutschen Fernschule mit der Schulpflicht in den USA?
GP: Die Regelung der Schulpflicht (Compulsory School Attendance) ist in den USA Sache der Bundesstaaten. In zwölf Staaten reicht die Schulpflicht vom vollendeten sechsten bis zum vollendeten achtzehnten Lebensjahr. Das amerikanische Schulsystem besteht neben den staatlichen Schulen aus einem umfangreichen Netz privater Einrichtungen. Im Laufe der letzten 25 Jahre hat sich auch das so genannte „Homeschooling“ als eine mögliche Form der Beschulung nach und nach durchgesetzt und ist heute in allen Bundesstaaten frei möglich. Zurzeit werden in den USA allein etwa 2 Millionen Kinder zu Hause unterrichtet bzw. lernen ohne den Besuch einer Schule. Mittlerweile sind diese Lernkonzepte insbesondere im englischsprachigen Raum weit verbreitet und werden teilweise staatlich unterstützt.
Vollunterricht mit der Deutschen Fernschule ohne den Besuch einer Schule vor Ort ist also möglich. Viele unserer Teilnehmer in USA und Kanada besuchen eine staatliche oder private Schule vor Ort und belegen bei uns das Einzelfach Deutsch, um ihr deutsches Sprachniveau zu halten.
TAD: Werden die Lehrangebote und die Zeugnisse an allen deutschen Schulen anerkannt?
GP: Die Zeugnisse einiger deutscher Auslandschulen sind mit Zeugnissen entsprechender Schulstufen und Schularten in der Bundesrepublik Deutschland gleichgestellt. Grundsätzlich soll ein Schüler, der eine Deutsche Schule im Ausland besucht hat, bei dem Übergang auf eine inländische Schule ohne Aufnahmeprüfung in die entsprechende Klassenstufe und Schulform aufgenommen werden, wenn er ein entsprechendes Zeugnis vorweisen kann. Da unsere Kurse auf einer Synopse der Curricula aller Bundesländer basieren und ihre pädagogische Qualität staatlich geprüft und zertifiziert ist, sind unsere Zeugnisse de facto genauso anerkannt wie die einer deutschen Auslandsschule. Dass dies in der Praxis so gehandhabt wird, können wir nach fast 40-jähriger Erfahrung bestätigen.
TAD: Wie hoch sind die Kosten für den Besuch der deutschen Fernschule?
GP: Das Einzelfach kostet pro Kind 110,- € pro Monat. Bei Buchung von zwei Kursen je Kind werden 15 Prozent Rabatt auf die gesamte Kursgebühr gewährt, bei Buchung von drei oder mehr Kursen je Kind Prozent Rabatt.
Für die Grundausstattung an Verbrauchsmaterialien mit Lehrbüchern, Lern- und Arbeitsmitteln wird ein einmaliger Satz berechnet, der sich je nach Fach und Klassenstufe auf 33 Euro bis 116,-€ Euro beläuft.
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