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Story und Lifestyle: Deutsche Firmen machen Amerika gruener

Deutsche Firmen machen Amerika grüner.

SolarenergieDie Ökowende startet in den USA - und deutsche Firmen ziehen daraus ihren Nutzen: Sie exportieren Wind-, Solar- und Biotechnologie nach Amerika. Dadurch treiben sie Amerikas grüne Revolution voran.

Texas gilt mittlerweile zu den weltweit wichtigsten Standorten für Windenergie. Rund 627 Windräder (von dem deutschen Energieriesen E.on installiert) versorgen 230.000 Haushalte mit Strom. Viehherden und Ölpumpen prägten für lange Zeit das Landschaftsbild von Texas - doch durch die Windräder änderte sich dieses Panorama.  

"Obama hat die Nachfrage nach erneuerbaren Energien und nach Produktionstechniken befeuert", so Thorsten Herdan, Geschäftsführer des Verbandes deutscher Anlagen- und Maschinenbau. Für deutsche Firmen sind diese Nachrichten mehr als positiv, denn nun stecken sie mitten drin im Boom. Es ist ein Megatrend erschaffen worden, der durch den Wandel in Texas verdeutlicht wird. Deutsche Firmen machen Amerika grüner.

Zur Regierungszeit Bushs zeichnete sich diese Trendwende ab. Es wurden strenge Klimaschutzvorschriften für Kalifornien verhängt, dadurch florierte die Solarindustrie. Die dichten Wälder Georgias werden zur Produktion von Holzpellets und Biokraftstoffen genutzt. Durch Barack Obama wurde diese Ökowende beschleunigt. Er will den Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtversorgung bis 2012 auf zehn Prozent steigern - und bis spätestens 2025 auf 25 Prozent.

Ca. 70 Milliarden Dollar sollen über zehn Jahre verteilt in den Umbau des amerikanischen Energiesektors fließen. Nicht nur der Ausbau erneuerbarer Energien steht an vorderster Stelle, auch die Modernisierung des Stromnetzes, die Förderung von energieeffizienten Gebäuden und auch der Bau emissionsarmer Fahrzeuge.

Aus einer Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger geht hervor, dass amerikanische Ökounternehmen sehr von dem deutschen Know-How profitieren und sich eine Zusammenarbeit mit deutschen Partnern sehr gut vorstellen können. Evtl. als Joint Venture, Innovationspartnerschaften oder aber als Zulieferer. 

Schon jetzt haben deutsche Zulieferer einen Marktanteil von etwa 60 Prozent bei den Windanlagenkomponenten in den USA. Allein im Jahre 2009 wurden Windkraftanlagen mit einer Leistung von ca. 10.000 Megawatt in den USA installiert. Somit haben die USA Deutschland als wichtigsten Windenergiemarkt übertroffen. Die Gesamtleistung liegt damit (nach Angaben des Global Wind Energy Council) bei rund 35 Gigawatt in den USA gegenüber 25,8 Gigawatt in Deutschland und 25,1 Gigawatt in China. Die Prognosen sagen weiterhin ein so rasantes Wachstum dieses Marktes voraus.

Ebenso beachtlich sind die Zuwachszahlen in der Solarbranche. Nach Angaben des Branchenportals Greentech Media Research stieg die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen zwischen 2000 und 2008 um jährlich 71 Prozent. Es werden bis 2012 ca. 48 Prozent Zuwachs pro Jahr erwartet. Im Moment stehen noch 500 Megawatt neu installierter Leistungen pro Jahr ca. 3000 Megawatt in Deutschland gegenüber, aber es ist absehbar, dass auch hier die USA Deutschland als Absatzmarkt für Photovoltaik überholen wird. Dadurch setzen die deutschen Unternehmen wie Solarworld, Solon oder Q-Cells Hoffnungen in die USA, denn "die Obama-Milliarden in den USA haben laut des Bundesverbands Solarwirtschaft noch längst nicht ihre volle Wirkung entfaltet." Die Investitionen in die Photovoltaik sollen von 2,35 Milliarden im Jahre 2009 auf 6 Milliarden Dollar im Jahre 2012 steigen.

Die Exportquote für Biosprit liegt im Moment bei 10 bis 15 Prozent. Auch hier erhofft sich die Biosprit-Branche einen Anstieg auf 30 Prozent. "Was Biokraftstoffe angeht, sind die USA sehr weit", sagt Bernd Geisen, Geschäftsführer des Bundesverbands Bioenergie. "Besonders in den Bundesstaaten mit einem hohen Agraranteil sind Biogasanlagen und Heizkraftwerke mit Biomasse von Interesse." Bis zum Jahre 2030 sollen 20 Prozent der Treibstoffe aus Biomasse hergestellt werden. Diese Entwicklung eröffnet auch bei Kraftwerken neue Möglichkeiten.

Georgia verfügt über riesige Anbauflächen für Sojabohnen, Raps und Getreide. Auch gibt es dort einen der größten Bestände bewirtschafteter Wälder. Eine Ansiedlung von Bioenergieunternehmen wird mit ermäßigten Steuersätzen und beschleunigten Genehmigungsverfahren erleichtert. Das auf erneuerbare Energien spezialisierte Tochterunternehmen (RWE-Innogy) des Energieversorgers RWE, baut hier eine der weltweit größten industriellen Anlagen zur Pelletproduktion. Ab 2011 sollen jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Holz zu Pellets verarbeitet werden. 

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