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US-Portal » Reisetipps » Im Romantik-Rausch der US-Südstaaten
Mal ehrlich: Haben Sie nicht auch Rotz und Wasser geheult, als der schöne Rhett die noch schönere Scarlett am Schluß von „Vom Winde verweht“ einfach sitzen ließ – einsam und allein mit ihren Korkenzieherlocken und dem Rüschenkleid? Da kommen Südstaaten-Gefühle hoch und Fernweh nach schneeweißen Plantagenvillen, endlosen Eichenalleen und nostalgischen Schaufelraddampfern.
Für all diese Herrlichkeit ist Savannah in Georgia das Sinnbild schlechthin. Die Straßen sind mit knorrigen Eichen und rosaroten Magnolien gesäumt, dahinter prangen restaurierte Herrenhäuser und Villen. Das alte Stadtbild, das noch in ganzen Zügen den Charme des „Grand Old South“ atmet, hat Savannah den Nordstaatlern zu verdanken: Ausnahmsweise verschonten die Truppen die Stadt vor Brandschatzung. Am besten schlendert man zu Fuß durch den historischen Distrikt mit seinen vielen grünen Plätzen, um in einer der Kneipen, Cafés oder Shops am Riverwalk (ehemalige Kontor-Häuser aus dem 19. Jahrhundert) direkt am Savannah River ein Päuschen einzulegen.
Von Südstaaten-Romantik ist in Atlanta nicht mehr viel zu spüren. Die vibrierende Hauptstadt Georgias ist Heimat ultramoderner Wolkenkratzer, eines Coca Cola-Museums (amerikanischer geht’s wirklich nicht mehr!) und der hektischen Nachrichtwelt von CNN.
Wer doch ein bißchen Historie schnuppern will, fährt nach Stone Mountain Park, 26 km im Osten. Auf dem 263 m hohen, 8 km breiten Granitmonolithen prangt an der Ostflanke das „Confederate Memorial Carving“. Das Relief hält den Konföderierten-Präsidenten Jefferson Davis und zwei seiner Generäle in allen Ehren.
New Orleans, die größte Stadt Lousianas, macht dem Süden dann nun wieder alle Ehre. Idealer Startpunkt für einen Stadtrundgang durch das weltberühmte Vieux Carré oder French Quarter ist der Jackson Square, der von der weißen St. Louis Cathedral beherrscht wird. Dann geht es rein in das Herz von „The Big Easy": In die pittoreske Pirate’s Alley, in der zahllose Straßenkünstler die kulturelle Vielfalt dieser Stadt augenfällig machen. In die Preservation Hall, den wohl berühmtesten Jazz-Club der Welt, und in die Bourbon Street, an der sich Bars und Jazz-Schuppen unter verschnörkelten Balkongittern aneinanderreihen.
Zum Pflichtprogramm gehört auch ein Spaziergang am Ufer des Mississippi, sei’s um eine Schaufelraddampferfahrt zu starten, die restaurierten Häuser der Riverfront zu bewundern oder auf dem French Market kulinarische Köstlichkeiten zu erstehen. Nordwestlich von New Orleans, in „Plantation Country“, kann man dann so richtig tief in die verträumte Welt von Margret Mitchel, ihren Rhetts, Scarletts, Melanies und Ashleys eintauchen. Dicht an dicht reihen sich hier die erhaltenen ehemaligen Baumwoll- und Zuckerplantagen aneinander: z. B. die 1787 erbaute Destrehan Plantation, Oak Alley Plantation mit seiner 400 Meter langen Eichenallee, Madewood Plantation von 1846 oder Nottoway Plantation, das mit korinthischen Kapitellen und Türknäufen aus Meißner Porzellan geschmückt ist.
Ein Juwel im Südstaaten- Schmuckkästchen ist Natchez in Mississippi am Mississippi, 300 Kilometer nordwestlich von New Orleans. Ende des 18. Jahrhunderts machte das Städtchen eine steile Karriere zum Millionärsparadies. Über 500 liebevoll instandgesetzte Anwesen dokumentieren noch heute den Wohlstand der Plantagenbesitzer. Noch zweimal in diesem Jahr (2. bis 25. Oktober, 1. bis 31. Dezember) kann man einige von ihnen samt ihren mit Krinolinen und Erbschmuck herausgeputzten Besitzerinnen bei den Pilgrimage Tours besichtigen.
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