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Aus allen Ecken der USA

STATISTIK: REKORDHÖHE BEI EINWANDERERZAHLEN ERREICHT

Das Statistische Amt der Vereinigten Staaten hat kürzlich Zahlen veröffentlicht, nach denen die Zahl der im Ausland geborenen Personen die Rekordhöhe von 32,5 Millionen erreicht hat. Das macht 11,5 Prozent der insgesamt 282,1 Millionen zählenden US- Gesamtbevölkerung aus. Der Bericht sagt auch aus, dass insgesamt drei Millionen mehr Einwanderer als noch zwei Jahre zuvor in den USA leben. Das Amt berichtet allerdings, dass obwohl die Einwandererzahl so hoch wie nie zuvor sein, die Zahl der in die USA eingereisten Personen seit 2001 insgesamt wiederum beträchtlich gesunken sei. So berichtet das Brooking Institute, dass im Zeitraum März 2001 bis 2002 1,4 Millionen Menschen ins Land eingereist seien, im Jahre 2002 seien es hingegen noch 2,4 Millionen gewesen! Hintergrund ist nach Auffassung des renommierten Forschungseinrichtung vor allem die Schließung von Schlupflöchern im Einwanderungssystem, die verschärften Einreisekontrollen als Folge des 11. September sowie die allgemeine Schwäche der US-Wirtschaft.

Nach Untersuchungen des Zentrums für Arbeitsmarktstudien an der Northeastern University, hat sich der ökonomische Abschwung und die benannten Folgen des 11. September nicht wesentlich auf die Zahl der legalen und illegalen Einwanderer auf Arbeitssuche ausgewirkt. Der Wunsch nach einem besseren Leben überschatte bei weitem die negativen wirtschaftlichen Veränderungen und die derzeitigen Visumsrestriktionen. Nach Schätzungen des neuen Heimatschutzministeriums (dem jetzt auch die ehemalige US-Einwanderungsbehörde INS untersteht) leben derzeit zwischen 7 bis 8,5 Millionen Personen ohne geregeltes Aufenthaltsrecht in den USA, das sind ca. 3,5 Millionen mehr als zehn Jahre zuvor.

… und noch ein paar Zahlen: 

Die US-Einwanderungsbehörde hat Ihr Statistisches Jahrbuch für 2001 veröffentlicht. Hieraus nur ein paar Highlights für unsere Statistikfans: 38 % aller Immigranten kamen in Nordamerika zur Welt, (19 % in Mexiko), 33 % kamen aus Asien. 65 % aller Einwanderer wollten sich in sechs Bundesstaaten niederlassen: Kalifornien, New York, Florida, Texas, Illinois und New Jersey. Die Liste der Lieblingsstädte führen mit je 20 % New York City und  Los Angeles an. Annähernd die Hälfte aller Nichteinwanderer (32,8 Millionen) kamen aus folgenden Ländern: Japan (15.4 %), Großbritannien (14.9 %), Mexico (13.2 %) und Deutschland mit immerhin 5.3 % . Fast die Hälfte aller H-1 B Arbeitsvisumsinhaber kamen aus Indien, an zweiter Stelle gefolgt von Chinesen mit immerhin noch 9 %. 608,225 Personen ließen sich einbürgern.

Good Bye INS– ES LEBE DAS BCIS!

Nach annähernd 70 Jahren hat die US-Einwanderungsbehörde, der INS, am 28. Februar seine Arbeit beendet. Die Nachfolgebehörde, das Bureau of Citizenship and Immigration, BCIS abgekürzt, wird in drei Abteilungen unterteilt und dem neuen Heimatschutzministerium zugeordnet, das als Antwort auf den 11. September geschaffen wurde. Die Neuorganisation der 36.000 Mitarbeiter zählenden Administration wird die größte Herausforderung für die Behörde seit ihrer Zusammenführung aus dem „Bureau of Immigration“ und dem „Bureau of Naturalization“ zum „Immigration and Naturalization Service“ (INS) im Jahre 1993 darstellen. Für Sie bleibt übrigens alles beim alten: alle Formulare und Dokumente behalten ihre Gültigkeit. Die lokalen Ausländerbehörden bleiben genauso erhalten wie die übergeordneten INS-Service Center.

HACKER KNACKEN UNI-SERVER
Ein Coup ist Hackern in Austin im US-Bundesstaat Texas gelungen: Sie knackten den Uni-Server und stahlen Daten von 55.000 Studenten, Absolventen und Mitarbeitern der Hochschule. Namen, E-Mail-Adressen und Sozialversicherungsnummern – das ist die Beute der Hacker. Nicht nur ein Mal sollen sie in das System der Universität eingedrungen sein. Nach den Serverprotokollen knackten die Hacker das System erstmals bereits am 26. Februar, weitere Einbrüche folgten. Erst Anfang März flog der Coup nach Behördenangaben auf: Hochschulangestellte entdeckten das Leck im Computersystem. Bislang ist allerdings noch unklar, ob die Einbrecher die Daten missbräuchlich genutzt haben.

FRITTENBUDEN VERNETZT
McDonald’s hat damit begonnen, die ersten seiner Fastfood-Tempel mit WLANs auszustatten. Zu jedem Menü soll es eine Stunde Surfzeit geben: Danach muss man entweder zahlen – oder weiter essen. WLAN ist Trend: Längst funkt es fleißig in städtischen Parks, Biergärten und Cafés. Die ersten zehn Restaurants, in denen es nicht nur lecker frittiertes  Essen, sondern dazu auch noch Gelegenheit gibt, beim Pommes-Essen zu Surfen, werden noch in dieser Woche in New York freigeschaltet. Ab dann heißt es: Fritten kaufen und ab ins Netz, und immer schön auf die Tastatur aufpassen! Eine volle Stunde lang ist das Surfen im Preis für eines der beliebten Menüs aus Cola, Pommes und Hackfleisch im Brötchen enthalten. Danach hält der Manager die Hand auf und will drei Dollar pro Stunde – außer man erklärt sich bereit, noch einmal zu bestellen. Eine Idee, die im Trend liegt: Die US-Coffeehouse Kette „Starbucks“ setzt seit gut einem Jahr auf das gleiche Konzept. Bis zum Jahresende, verspricht McDonald's , sollen 300 Fillialen online sein – zunächst nur in den Vereinigten Staaten. Ab wann man auch in deutschen Fast-Food-Ketten neben Hamburgern auch Dateien wird downloaden können, ist noch nicht bekannt.

… APROPOS „FRITTEN“: VOM FRENCH ZU FREEDOM FRIES
Was zunächst wie ein Protest gegen Frankreichs Irak-Politik aussah, ist in den USA jetzt amtlich:

Das US-Repräsentantenhaus hat offiziell beschlossen, die bisher als „French Fries“ bekannten Pommes frites in „Freedom Fries“ umzubenennen. Die Kantinen im US-Repräsentantenhaus werden ihre Pommes frites demnächst als patriotische Sättigungs-Beilage servieren: Nach einem Beschluss des von republikanischen Abgeordneten geleiteten Verwaltungsausschusses am Dienstag gibt es ab jetzt nur noch „Freiheitsfritten“. In den Speisesälen des Regierungsgebäudes sollen in den nächsten Tagen die Menüs geändert werden. Neben den Pommes frites wird auch der „French Toast" in die Freiheit geführt und demnächst als „Freedom Toast" in den neuen Speisekarten geführt.

Mit der Umbenennung schloss sich die Regierungsgastronomie vielen Gaststätten des Landes an, welche die „French Fries“ von ihren Karten gestrichen haben, um gegen die Ablehnung Frankreichs eines Krieges im Irak zu protestieren.

LAUSCHANGRIFF AUF US-BUCHLÄDEN

Heimlich dürfen Agenten des FBI in Buchläden und Bibliotheken ausspionieren, was Amerikaner lesen. Eine Abwehrmaßnahme gegen Terroranschläge, sagt die Bush-Regierung. Eine Gefahr für die Meinungsfreiheit, sagen entsetzte Bürgerrechtler. Schon vernichten die ersten Buchhändler ihre Kundenkarteien. Anrüchige und kontroverse Literatur zu kaufen, das könnte bald der Vergangenheit angehören. In den Augen des FBI würde einen das bereits vielleicht schon verdächtigen, ein Terrorist zu sein. Bereits morgen könnten Polizei-Agenten in den Laden treten und verlangen, die Kundenkartei einzusehen. Um sich aufzuschreiben, wer wann welche Titel gekauft hat. Dan müsste der Buchhändler alle Kundeninformationen aushändigen – und dürfte noch nicht einmal irgend jemandem davon erzählen.

So jedenfalls will es der „USA Patriotic Act“, ein Gesetz, das die Bush-Regierung sechs Wochen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 durch den US-Kongress gebracht hat. Die Folge: Die Befugnisse des Staats, seine Bürger zu überwachen wurden drastisch ausgeweitet. So darf die Polizei nun im Namen der Terrorabwehr von allen Unternehmen Auskunft darüber verlangen, was ihre Kunden tun. So auch von Buchläden und Bibliotheken. Kunden fangen daher bereits an, sich zweimal zu überlegen, ob sie noch regierungskritische oder so genannte unpatriotische Bücher kaufen sollten. Derweil wächst bei US-Bürgerrechtlern das Entsetzen über die Folgen des „Patriot Acts“. Und einige Parlamentarier haben bereits erklärt, mit einem neuen Gesetzesentwurf zumindest Buchhändler vom Gesetz auszunehmen. 

BIG BROTHER MAY WATCH YOU

Noch bevor Passagiere etwa in New York oder Los Angeles gelandet sind, weiß der US-Zoll bereits über sie Bescheid. Denn seit dem 5. März haben die Behörden Zugriff auf die Buchungssysteme aller in die USA fliegenden Fluggesellschaften und auch auf das europäische Buchungssystem „Amadeus“ (wir berichteten darüber). Das alles geschieht, so heißt es in einer Vereinbarung zwischen EU-Kommission und den USA, ausschließlich für den Kampf gegen den Terrorismus. Während der US-Zoll schon seit längerem auf die Übermittlung der Passdaten durch die Fluggesellschaften besteht, forderten die Amerikaner zusätzlich die Daten aus dem so genannten PNR (Passenger Name Record). In diesen System enthalten sind alle Daten, die bei der Buchung erhoben werden. Kritisch sind Informationen zu Anschlussflügen, Hotel- und Mietwagenbuchungen sowie Kreditkartennummern, die beim Amadeus gespeichert werden. Allerdings können die Amerikaner keine Daten zurückliegender Flüge einsehen, zu einem Flug dürfen nur bis spätestens drei Tage danach eingesehen werden. Übrigens: wer als Kunde vor der Buchung über die Datenweitergabe nicht einverstanden ist, darf nicht mitfliegen. Dabei befinden sich die Fluggesellschaften selbst in einer Zwickmühle: mit einem Passagier an Bord, dessen Daten der US-Zoll nicht kurz vor dem Abflug übermittelt bekommen hat, droht der jeweiligen Maschine ein Landeverbot in den USA.

 

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