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Aus allen Ecken der USA

PILGERSTÄTTE FÜR UFO-FANS Wenn es einen Platz auf der Erde gibt, wo Aliens willkommen sind, dann ist es der „Extraterrestrial Highway“ im amerikanischen Nevada. Seit dort vor Jahren ein Arbeiter Ufos gesichtet hat, ist das Örtchen Rachel mitten im Niemandsland zur Pilgerstätte für Alien-Gläubige geworden. Der Ort – 240 Kilometer nördlich von Las Vegas in der kargen Wüste – ist eigentlich gar keiner, denn er besteht hauptsächlich aus einer Ansammlung von Wohnwagen. Im Mittelpunkt steht „The Little A'Le'Inn“, eine kleine Bar mit lautmalerischem Namen, ausgestopft mit Alien-Devotionalien. Die meisten, die sich dort bei Pfannkuchen und Kaffee treffen, blicken auf mindestens eine „Begegnung der dritten Art“ zurück – und sind stolz darauf. Manche behaupten sogar, von Außerirdischen entführt worden zu sein.  Was die Bewohner und die vielen Touristen in die Einöde führt, ist das gemeinsame Hobby. In Rachel, dem einzigen Ort am „Extraterrestrial Highway", der erst vor sechs Jahren so benannt wurde, sind die Alien-Fans unter sich.

Im Gegenteil: Wer nach Rachel fährt, nächtelang im Auto ausharrt und trotzdem keine Ufos sichtet, der ist neidisch auf all diejenigen, die von ihren Erfahrungen berichten können. Insgesamt 158 Kilometer lang zieht sich der Highway durch die spärlich besiedelte Landschaft. Straßenschilder mit Bildern von Ufos säumen die Straße und lassen keinen Zweifel daran, auf welchem Streckenabschnitt sich der Reisende aufhält. In der Nähe von Rachel, des 65-Seelen-Örtchens, liegt eine Air-Force-Militärbasis, dessen Existenz lange top secret war. Verschwörungstheoretiker vermuten hinter der streng bewachten Basis einen Hort für Alien-Technologie, die dort, weit ab der Öffentlichkeit, untersucht wird. Dahinter steckt die Legende von Roswell: 1947 soll in der Nähe der kleinen Stadt im Bundesstaat New Mexico ein Ufo mit vier Außerirdischen abgestürzt sein. Obwohl es offenbar mehrere Zeugen für den Absturz und den Fund des Raumschiffs gab, verbreitete das Militär die Nachricht, dort sei ein Wetterballon abgestürzt. Die Überreste der Aliens sollen schließlich, so Beobachter, zur Untersuchung nach Nevada, in das Militärcamp nahe Rachel gebracht worden sein. Die amerikanische Regierung beharrt allerdings auf der Alien-technisch weniger spannenden Version, dass dort atomar verseuchter Giftmüll gelagert werde.

Weil von den Alien-Touristen niemand auf das streng bewachte Gebiet gelangen wird, treffen sie sich im „Little A'Le'Inn“, kaufen T-Shirts, essen Alien-Burger und berichten von ihren jüngsten Erlebnissen mit den Lieblingsgästen von Rachel.

DAS MODERN ART MUSEUM ZIEHT UM Bisher mussten New York-Touristen nur einmal um die Ecke biegen: das Modern Art Museum war nur einen halben Block von der vertrauten Fifth Avenue entfernt. Lange Schlangen bis auf den Bürgersteig zeugten von der großen Popularität des zentral gelegenen Kulturtempels. In Zukunft werden Besucher hingegen eine kleine Abenteuerreise auf sich nehmen müssen, um die Highlights von Matisse und Miro, Picasso und Pollock, bestaunen zu können. Denn heute, mit dem Ende der laufenden Gerhard-Richter-Ausstellung, schließt das 73 alte Museum seine Pforten, es wird teilweise abgerissen und umgebaut. Für die nächsten drei Jahre wird die milliardenteure Sammlung daher nach Queens ausgelagert.

Dort hatte der Museums-Direktor Glenn Lowry vor drei Jahren die Swingline Staple Factory gekauft. Die Heftklammerfabrik sollte ursprünglich nur als Lager dienen, um die auf 18 verschiedene Standorte verteilten Schätze des Museums an einem zentralen Ort zusammenzuführen. Doch als dann die Diskussionen über den Umbau des Haupthauses in Manhattan begannen, entschied die Museumsführung, das Lager auch als provisorischen Ausstellungsraum zu nutzen. „Die Mietpreise für Ausweichräume in Manhattan waren viel zu hoch. Da kam uns die Idee: Hey, wir haben allen Platz der Welt in Queens, lasst uns dahin ziehen“, sagte Lowry bei einer Presseführung durch die frisch gepinselten Räume. Der Architekt Michael Maltzan wurde beauftragt, dem Lagerhaus eine Museums-Atmosphäre zu geben. Am 29. Juni ist Eröffnung.  Nur: die sorgfältig ausgeklügelte Sightseeing-Route der meisten Touristen führt nicht am Queens Boulevard vorbei! Zwar kommen die meisten in Queens, auf den Flughäfen JFK oder La Guardia an, verlassen danach Manhattan aber nicht mehr.

Lowry ist sich bewusst, dass der Umzug Besucher kosten wird. Statt einer Million wie in Manhattan erwartet er in Queens nur 400.000 pro Jahr. Die finanziellen Einbußen seien eingeplant, sagt er. Und letztendlich habe er keine Wahl: Der Umbau des Haupthauses war überfällig, die Sammlung platzte aus allen Nähten. Und in Manhattan stimmten weder Preis noch Platzangebot.  Der Chef, der gerne knallrote Socken zu seinem dunklen Nadelstreifenanzug trägt, ist sehr angetan von der unpolierten neuen Umgebung. Der Coolness-Faktor des Viertels dürfte dem ehrwürdigen Museum gut tun. „Neue Dynamik“ nennt der Direktor das. Darum wurde auch der Fabrikboden einfach so belassen: Purer Beton. Die Verwandlung einer mit Maschinen voll gestellten Fabrik in ein modernes Museum mit allen Sicherheitsanforderungen (Klimaanlage, Brandschutz, erschütterungsfreier Fahrstuhl, Diebstahlsicherung) dauerte nur ein Jahr. 70 Millionen Dollar steuerte die öffentliche Hand bei, 50 Millionen Dollar das private Museum.

Insgesamt überqueren 100.000 Gemälde, Skulpturen, Drucke und Designerstücke den East River. Auch 400 der 550 Mitarbeiter ziehen mit um. Sie haben das Abenteuergefühl im wilden Queens bereits kosten können. Eine Mitarbeiterin sagte der „New York Times“: „Es ist wie der Umzug in ein neues Land“.

DER „US-TCHIBO“ KOMMT NACH BERLIN Der Boom der Kaffee-Bars in Deutschland hat nun auch Weltmarktführer Starbucks angelockt. Deutschland sei eines  der Länder mit dem größten Kaffeekonsum weltweit, sagte Unternehmenschef Howard Schultz zur Eröffnung der ersten beiden Kaffee-Häuser in Berlin. Insgesamt will Starbucks in diesem Jahr in Deutschland fünf bis zehn Kaffeebars eröffnen, innerhalb von fünf Jahren sollen es dann 180 sein. Betrieben werden sie von der KarstadtCoffee GmbH. Sie ist ein Joint Venture mit der Handels- und Warenhauskette KarstadtQuelle.

Starbucks ist der Vorläufer jener Kaffeebars, die seit einiger Zeit auch in den deutschen Innenstädten stark expandieren.

In den USA wurde der erste Coffee Shop bereits 1971 eröffnet. Weltweit hat die Kette – benannt nach einer Figur aus dem Walfang-Klassiker „Moby Dick“ – mittlerweile mehr als 5.400 Filialen, in die nach Angaben des Unternehmens pro Woche 18 Millionen Gäste kommen.

Der erste Coffeeshop in Festland-Europa wurde im vergangenen Jahr in Zürich eröffnet, auch in Wien und Madrid ist die Kette inzwischen präsent. Aufsehen erregte Starbucks unter anderem durch die Einrichtung einer Filiale in der Verbotenen Stadt in Peking im vergangenen Jahr. Nach Angaben des Deutschen Kaffee-Verbandes gibt es in Deutschland derzeit 400 Kaffeebars, von denen die meisten seit Ende der 90er Jahre entstanden. Nach Expertenschätzungen ist Platz für mindestens 1.500 Coffee Shops. Marktführer ist in Deutschland derzeit die italienische Traditionsmarke Segafredo mit mehr als 80 Filialen. Es folgen der italienische Konkurrent Lavazza sowie jüngere Ketten wie „World Coffee“, „San Francisco Coffee Company“ oder „Cafetiero“.

DEUTSCHE FOTOGRAFEN IN DEN USA AUF DEM VORMARSCH Man kann es kaum oft genug sagen: der Boom deutscher Fotografie ist nicht älter als ein pubertierender Gymnasiast. Noch vor 15 Jahren weigerten sich viele Museumsdirektoren hierzulande Fotografie als Kunst anzuerkennen, sie auszustellen oder anzukaufen. Erst in den 90er Jahren tröpfelten Fotografien hier und da als fester Bestand in die öffentlichen Sammlungen.

Das ist inzwischen anders geworden. Für deutsche Fotografie aus der Becher-Schule, das heißt aus jenem Kreis von Künstlern, die in den 70er und 80er Jahren an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Bernd und Hilla Becher studierten, zahlen Sammler in der ganzen Welt hohe Summen. Seit dem riesigen Erfolg, den Andreas Gursky im vergangenen Jahr mit seiner großen Ausstellung in New York feiern konnte, folgt nun der zweite Schock aus den USA: An diesem Sonntag wurde eine Retrospektive mit etwa 90 Fotografien des Düsseldorfer Künstlers Thomas Struth im Dallas Museum of Art eröffnet, die bis zum Herbst 2003 noch in Los Angeles (Museum of Contemporary Art), New York (Metropolitan Museum) und Chicago (Museum of contemporary Art) zu sehen sein wird. Struths gesamtes OEuvre von 1977 bis heute wird in einer noch nicht da gewesenen Breite vorgeführt. Der Mitvierziger hat zusammen mit den Kuratoren eine Schau zusammengestellt, wie sie bisher nur großen Klassikern zu Teil wird.

Neben seinen berühmten Museumsbildern und Familienporträts aus unterschiedlichen Metropolen der Erde, sind auch weniger bekannte Werkgruppen, wie seine Schweizer Landschaften und Blumenbilder zu sehen. Über 25 Jahre konsequenter Entwicklung, haben dem Künstler nicht mehr als eine handvoll Themen in die Kamera gespiegelt:

Straßenbilder, Städtebilder, Porträts, Menschen im Museum, Blumen, Landschaften, Dschungel und Wälder. Dabei interessieren ihn vor allem strukturelle Frage, Fragen der Perspektive. Wenn Struth Menschen aufnimmt, rückt er sie als Thema deutlich ins Zentrum. Seine Museumsserie zeigt Menschen, die Kunst anschauen. Auf den Familienporträts stellen sie sich hingegen selbst aus. Ansonsten bleiben seine Bilderserien weitgehend leer, jedenfalls sind Menschen darin nicht das eigentliche Thema. Diese Serien wirken wie skeletierte Rahmen für menschliche Kommunikation, wie Daniel Birnbaum in seinem erhellenden Essay in der jüngsten Ausgabe des „Artforum“ meint.

Jeder Millimeter dieser Großfotografien ist technisch und handwerklich perfekt durchgearbeitet. Pure Schönheit ist die Folge. Dabei bewahrt Thomas Struths inhaltlich stets Distanz zu den Emotionen der Menschen. Gerade dadurch, dass er den Menschen Raum lässt, treibt er uns zum Nachdenken über die Voraussetzungen unterschiedlicher Kulturen und Gemeinschaften. 

(Quelle: jeweils Spiegel-Online)

HEIRATEN IN DEN USA: EIN LESERBERICHT Hier veröffentlichen wir einen Bericht, den uns Frau Behrens und Herr Fritsche netterweise für den Newsletter überlassen haben, vielen Dank (für den Inhalt übernehmen wir keine Gewähr!):

Was Ihr zu den Heiratsformalitäten in LV (Anm. der Redaktion: Las Vegas) gesagt habt, ist 100ig richtig. Wir haben das schon 1996 ausprobiert. Und dabei sehr viel Spaß gehabt. Anzumerken wäre vielleicht noch, dass man eigentlich vorher nichts wissen muss. Es ist in der Tat so, dass jedermann dort Bescheid weiß wie es geht und gerne Auskunft gibt, z. B. an der Rezeption vom Motel oder Hotel. Man wird sozusagen „blind geführt“ und es kann eigentlich nichts schief gehen. Natürlich hat man seinen Pass dabei und einige Dollars für die Gebühren. Das ist aber im Prinzip schon das Wichtigste. (Wir haben uns die Gebühren am „nächsten Morgen“ per einarmigem Banditen wieder hereingeholt – Glück gehabt!). Übrigens spielt in LV auch die Uhrzeit keine Rolle, das Amt für die „marriage licence“ hatte die ganze Nacht geöffnet. Die Trauung in der „Little White Chapel" war sehr nett und bleibt immer in Erinnerung – wir kamen völlig unangemeldet, so gegen 2:00 Uhr nachts und alles wurde in Minutenschnelle, aber ganz ruhig vorbereitet. Dort erfuhren wir auch die ganzen Infos über die Papierformalitäten inklusive Gebühren und alles wurde von dort auch abgewickelt. Ganz professionell.

Die Urkunde aus Carson City kam prompt kurz nach unserer Rückkehr nach Deutschland hier an. Ebenso die „Hochzeitsfotos“. Wir hatten einen ganz prima Reverent, der seine  Ansprache nach einem kurzem Gespräch mit mir so überzeugend brachte, dass wir glauben konnten, er sagt das Alles wirklich zum ersten Mal. Und das war kein Geschmuse und Gefloskel, sondern sehr persönlich und hatte Hand und Fuß. Leider war das Video, welches er von unserer Trauung aufgenommen hatte, dann doch etwas zu teuer und wir haben das weggelassen. Für den Reverent sollte man auch eine „Spende“ einkalkulieren, denn davon lebt er ja (circa 100 – 300$, je nachdem, wie es einem gefallen hat). Wer will, wird dann mit der Chapeleigenen Limousine (weiß) zurück ins Hotel chauffiert.  Kurz: Zur Nachahmung sehr empfohlen! Still happy: Monika Behrens, Jochen Fritzsche“

PLEITEGEIER ÜBER DEM LAND DER UNBEGRENZTEN MÖGLICHKEITEN? Am Donnerstag werden die USA die vom Kongress festgelegte Verschuldungsgrenze von 5,95 Billionen  Dollar zum zweiten Mal in diesem Jahr erreichen. Wenn der Kongress das Limit nicht heraufsetzt, muss  Finanzminister Paul O'Neill die Pensionsfonds der Staatsbediensteten anzapfen, damit der Staat seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Bis zu 44 Milliarden Dollar will der Finanzminister aus den Pensionsfonds entnehmen. Richtig ernst wird es Ende Juni: Dann werden Zahlungen über 67 Milliarden Dollar an die Sozialversicherung fällig. Um vorläufig unter der nationalen Verschuldungsgrenze zu bleiben, zapft Finanzminister O'Neill den verschiedene Rentenfonds an.

Ohne das Eingreifen des Finanzministeriums können die USA die im Mai und Juni fälligen Anleihen nicht zurückzahlen.. Die am 28. Juni fälligen Zahlungen an die Sozialversicherung würden den Schuldenstand fast 100 Milliarden Dollar über die nationale Verschuldungsgrenze treiben. Bis dahin habe das Finanzministerium seine Möglichkeiten ausgeschöpft, warnte O'Neill in einem Brief an den Kongress.

Im April haben die USA 30 Prozent weniger Steuern eingenommen als im Vorjahreszeitraum. Das hat die Entwicklung zur Zahlungsunfähigkeit beschleunigt. Das Finanzministerium musste bereits ankündigen, dass es im laufenden Quartal eine Milliarde Dollar netto aufnehmen werde. Im Januar rechnete das Ministerium noch damit, 89 Milliarden Dollar an Schulden zurückzuzahlen. Finanzminister O'Neill schrieb in seinem Brief an den Kongress, dass die Höhe der Steuereinnahmen für Juni noch „unsicher“ sei. Analysten haben bereits gewarnt, dass der Staat nicht genügend einnehmen werde, um die fälligen Zahlungen an die Fonds auszugleichen.

Der Kongress hat den wiederholt vorgetragenen Wunsch der US-Regierung nach einer Anhebung der Verschuldungsgrenze um 750 Milliarden Dollar bisher immer abschlägig beschieden. Die Regierung begründet den höheren Finanzbedarf mit den zusätzlichen Kosten für den Krieg gegen den Terror, den aufgrund der Rezession geringeren Steuereinnahmen und den stetig steigenden Sozialausgaben. Die US-Regierung kommt bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr an die Verschuldungsgrenze. Im April transferierten Vertreter des Finanzministeriums 18,7 Milliarden Dollar aus dem G-Fund, die später aus Steuereinnahmen zurückgezahlt wurden. Schon damals warnte das Finanzministerium, dass das Problem nur vorübergehend gelöst sei.

IN DEN URLAUB GESCHICKT Kein Arbeitnehmer wird sich über Urlaub beklagen, wenn er den Termin dafür selbst wählen kann. Mehrere kriselnde Computerkonzerne und Softwarehäuser in den USA aber schicken ihre Angestellten Anfang Juli für eine Woche zwangsweise in die Ferien. Hewlett-Packard hat es schon früher getan, und Hewlett-Packard ist auch dieses Mal dabei: 74.000 Mitarbeiter in den USA sollen vom 30. Juni bis zum 6. Juli entweder Jahresurlaub nehmen oder unbezahlte freie Tage nehmen. Eine ähnliche Initiative hatte der Konzern auch zu Weihnachten gestartet. Die neue Zwangspause, die mit dem amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli zusammenfällt, solle „die Effizienz steigern und unsere Handlungsfähigkeit in einem schwachen Marktumfeld in Amerika verbessern“, hieß es in einer internen E-Mail.

Die Unternehmensleitung sei davon ermutigt worden, dass die Mitarbeiter des jüngst übernommenen Konkurrenten Compaq bereits im vergangenen Jahr in der Woche um den US-Nationalfeiertag Betriebsferien hatten. Die Resonanz bei den Mitarbeitern ist offenbar positiv, wie hoch die Summe ist, die HP durch die Betriebspause einsparen will bleibt allerdings unklar.  Einen ähnlichen Sparplan gibt es beim Konzern Sun Microsystems, der in den USA 32.000 Menschen beschäftigt. Auch Sun hatte die Ferien zum Nationalfeiertag bereits 2001 verlängert und in diesem Jahr schon eine Woche Pause eingelegt. Der Softwareanbieter VeriSign wiederum, der sich unter anderem auf Sicherheitszertifikate für das Web spezialisiert hat, hat seine 3000 Angestellten verpflichtet, in diesem und dem nächsten Quartal drei Tage bezahlten Urlaub zu nehmen, um den Bestand an noch nicht beanspruchten freien Tagen abzubauen.

IM ANGLERPARADIES USA Ob der Besucher Hobbyfischer ist oder nicht, spielt hier keine Rolle: Wer am „Lake of the Woods“ ein Boot ausleiht, bekommt meistens auch eine Angel in die Hand gedrückt. Die Seenlandschaft zwischen Kanada und den USA zählt zu den Anglerparadiesen Nordamerikas – und bietet noch viel mehr als Zander, Forellen und Hechte.
Ohne ein Boot ist das Paradies nur halb so schön. Mit dem Paddel in der Hand geht es in ein Gewirr von Buchten und Kanälen. Während Pelikane, Kormorane und Adler durch die Lüfte fliegen, lugen ab und zu Hirsche und Elche durch das Dickicht der Bäume. Manchmal sind auch Wölfe oder Füchse zu sehen – und mit etwas Glück sogar ein paar Schwarzbären. Lake of the Woods heißt die Seenlandschaft im Grenzgebiet zwischen USA und Kanada. Mit einer Oberfläche von 4000 Quadratkilometern zählt sie zu den besten Angelrevieren des nordamerikanischen Kontinents. Forellen, Zander, Hecht – hier findet der Angler alles, was sein Herz begehrt.

Wer dennoch keine Lust hat auf Fischfang zu gehen, kann auch einfach Natur pur genießen: Ungefähr 14.000 Inseln mit geschätzten 104.000 Kilometern Uferlinie machen das Gebiet, das sich über die kanadischen Provinzen Ontario und Manitoba bis in den US-Bundesstaat Minnesota erstreckt. Hauptort der Region ist das am Nordufer in Ontario gelegene Kenora. Etwa 15.000 Einwohner zählt die Kleinstadt – die meisten von ihnen leben vom Tourismus: Sie vermieten Boote, bieten Touren an oder reparieren defektes Bootszubehör. Wie sehr Kenora dem Fischfang verbunden ist, zeigt das Wahrzeichen der Stadt: „Husky the Musky“ ist ein 14 Meter großer Hecht aus Glasfasern, der die Besucher der Stadt am Ortseingang begrüßt.

Die beste Jahreszeit für einen Besuch ist der Sommer, der hier von Anfang Juni bis Anfang September dauert. Aber auch noch im Frühherbst hat die Seenlandschaft ihre Reize: Die Blätter haben sich dann schon bunt verfärbt, die sonst eher scheuen Elche lassen sich öfters blicken und auch die Mücken sind nicht mehr ganz so lästig.

Weil das Seenparadies etwas abgelegen liegt, ist es am einfachsten von Winnipeg in Manitoba mit dem Auto nach Kenora zu reisen. Nach etwa zweieinhalbstündiger Fahrt geht es dann per Wasserflugzeug oder Wassertaxi weiter.

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