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Archive for April, 2010

California Coastline: Bekanntschaft mit dem Hüter des Gesetzes

Der Sonnenuntergang stand bevor. Ich saß gemütlich im Mietwagen, direkt am Ende einer Straße, und lauschte dem lokalen Radiosender. Nach der Konferenz von Globalpress (Interview mit CEO Irmgard Lafrentz hier) in Santa Cruz habe ich noch ein paar Tage angehängt, um an der kalifornischen Pazifiküste die Route 1 zu erkunden – eine der schönsten Strecken in ganz Amerika.

Coast

Scene

Der Wind blies so stark, dass ich froh war, mich in meiner Blechkiste einkuscheln zu können. Ich ließ den Blick in die Ferne schweifen, und blieb aber schon am Rückspiegel hängen: Ein Streifenwagen hatte sich hinter mir postiert, und der Beamte war bereits unterwegs zu mir.

Tief durchatmen, zu verbergen hatte ich ja nichts. Er klopfte an die Fahrerscheibe, ich öffnete die Türe. „Hallo, Ihren Führerausweis bitte. Sie stehen hier im Parkverbot!“ Shit, das hatte ich nicht gesehen.

Ich kramte meinen Führerausweis heraus und reichte ihn dem Officer. Er werde gleich zurück sein. Ok, ich würde in der Zwischenzeit um parkieren. „Nein, bleiben Sie hier bis ich zurück bin.“, meinte der Beamte bestimmt. Ein paar Minuten später hatte er wohl gecheckt, dass ich sauber bin und gab mir den Ausweis zurück. Ich wartete, denn dass ich ohne saftige Busse davon kommen würde schien mir unrealistisch.  Doch er tippte sich an den Hut, und verabschiedete mit einem „Have a nice day, Mister Reto!“

Ich manövrierte mein Vehikel auf die andere Straßenseite und sah der Sonne zu, wie sie sich langsam am Horizont hinter einer Wolke meinem Blick entzog.

Coast

Sunser

Interview Hildegard Baker: “It is much harder to survive in the US than in Europe!”

Hi Hildegard, please introduce yourself.

My name is Hildegard Baker-Seidenbusch. I was born in Stuttgart, Germany, and spent my childhood in the well-known wine region of the river “Mosel”. My younger sister and her husband still live in Ludwigsburg near Stuttgart.

I started my Real Estate career in 1985 and I currently work as a Realtor Associate with Prudential, Fox and Roach Realtors in Media, Pennsylvania, Delaware County. I have sold several homes to German clients who work for Merck and SAP.

Tell us about your decision to move to the USA. What were your reasons, and what was the initial spark?

We came to the United States in December 1967. Our reasons have been a job offer for my husband and to start a family.

Did you have former experiences concerning the USA?

Yes, back in the 1960ies I worked for the United States Army Headquarters in Heidelberg as a civilian translator for their medical division.

How did people react around you, when you have told them about your move to the USA?

My family was not very amused, once they knew about our emigration plans. We lived in London before that, and that was already far enough in my mother’s opinion. She did not like the fact that the distance between Germany and USA was even much longer, and she could not see her grand children as often as she liked. My mother visited us two times before she died, and she fell in love with Pennsylvania. My sister and her husband are visiting us very often.

Do you have still connections in Germany? Do you travel there occasionally?

I have a close relationship with my sister and her husband. I am going to visit them in mid August in Ludwigsburg. I also have contact to some other relatives in Germany.

What kind of obstacles did you have to overcome back in Germany?

I was born during World War II and my father was killed in this War. My mother and grandparents tried to make the best out of these times for us kids. We have lost our house in Stuttgart back then. The first years of my childhood have been very dramatic but times and living standards improved after 1948.

What do you like better in the USA?

I love living in the USA. This country is my home. I am an American Citizen now, my three children were born here and I love the fact that I can see my two grandchildren any time. My husband’s job brought us to the USA in 1967.  It was a complete new experience for me after having lived, studied and worked in Germany, France and Great Britain. For instance, I enjoyed free health care and free higher education in Germany – two very expensive components in the US. Of course, some things are better in the USA, some better in Europe. However, it is a lot more challenging to survive in America without a job and money, compared to Europe.

What are your plans for 2010?

One is to continue my work as a Realtor. I love my job, I consider myself a people person and I enjoy the personal contact with my past and future clients. I also hope that the economic situation improves and that the Real Estate Market will completely recover. I am happily looking forward to visit my sister in August, when I travel to the “old country” Germany.

Hildegard, thanks for this interview!

Hildegard Baker

Interview mit Jens Hewerer: „Ich bin sicher, dass ich es vom “Tellerwäscher” zum Millionär schaffen werde!“

Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.

Heute im Interview: Jens Hewerer, Inhaber von www.Giddio.com.

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Stell Dich am besten zunächst kurz vor.

Hallo, ich bin der Jens Hewerer und bin vor ein paar Jahren von Berlin nach New York ausgewandert.

Wie ist in dir der Entschluss gereift, in die USA zu gehen? Was waren die Gründe, was der Auslöser?

Noch in der Oberschule las ich einmal, dass die letzte Greencard Lottery gespielt werde. “Schade” dachte ich, spielte aber damals nicht mit. Ich war einfach noch zu jung. Jahre später merkte ich durch Zufall, dass es die Lotterie immer noch gibt. Also spielte ich über eine Agentur, mit.

Es gab keine speziellen Gründe, es gab keinen Plan. Einfach nur mitspielen und mal sehen, was passiert. Erst als ich gewonnen hatte, überlegte ich mir, die Chance wahrzunehmen und Amerika auszuprobieren.

Hattest du vorher schon Erfahrungen mit den USA sammeln können?

Nein, überhaupt nicht! Weder hatte ich längere Zeit in Amerika gelebt noch einen Urlaub hier verbracht. Ich kannte auch kaum jemanden. Aber die Chance in ein anderes Land zu ziehen, noch dazu das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, hörte sich für mich nach Abenteuer an. Mit gepackten Koffern und Greencard stellte ich mich dieser Herausforderung!

Wie reagierte dein Umfeld in Deutschland auf diese Idee?

Ich traute mich kaum, meiner Familie meine Pläne mitzuteilen. Ich hatte in Deutschland weder eine große Karriere noch eine Beziehung und wollte das Leben in den USA mal ausprobieren.

Meine Mutter und meine Tante hörten sich das an und wünschten mir einfach nur viel Glück. Ich saß Ihnen auf der Couch sprachlos gegenüber. Ich war überrascht und enttäuscht, ein bisschen mehr Emotionen hatte ich schon erwartet.

Hast du jetzt noch Verbindungen in deine alte Heimat? Bist du vielleicht sogar öfters dort?

Selbstverständlich! Neben meiner großen Familie habe ich auch immer noch sehr gute Freunde in Berlin. Außerdem entschied ich mich für New York anstelle Kalifornien, weil der Big Apple doch einiges näher zur alten Heimat liegt. Ich hatte schon mehrmals Besucher hier, teils sogar „Wiederholungstäter“.

Was war das für ein Gefühl, als Du Deine Greencard gewonnen hattest, pure Freude oder auch Skepsis?

Da ich ja kein drängendes Bedürfnis nach Auswanderung hatte, war es weder Freude noch Skepsis, sondern als Erstes eine große Überraschung und dann Abenteuerlust! Überraschung, dass ich gewonnen hatte und Abenteuerlust auf neue Erfahrungen und Herausforderungen.

Wie lange hat es gedauert, bis Du den Schritt über den großen Teich gemacht hast?

Weniger als ein Jahr! Ich habe praktisch nur die Formalitäten wie Gesundheitscheck, Ausbildung, Ersparnisse und Interview erledigen müssen. Dann habe ich meine Siebensachen gepackt.

Wie hat sich dein Leben seit dem gestaltet, wie hast du dich eingelebt?

Privat habe ich mich sehr gut eingelebt und viele neue Freunde gemacht. Ich trat einem Laufklub bei und traf dort meine besten Freunde in Amerika. Außerdem beteilige ich mich an deutschen Gruppen, z. B. über die Internetplattform Meetup.com. Diese Website halte ich für eine sehr gute Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen.

Meine Heimatstadt Berlin hat eine ähnliche Atmosphäre wie New York – wer sich in Berlin wohlfühlt, fühlt sich auch in New York wohl! Und von Amerikanern weiß ich, dass es auch umgekehrt gilt.

Gab es bestimmte Eckpunkte, zum Beispiel bestimmte Personen, die dir geholfen haben, dein neues Leben aufzubauen?

Meine eine Bekannte, die ich hier in Amerika hatte, ließ mich am Anfang auf Ihrer Couch schlafen. Später waren es dann meine Freunde, die ich beim Sport kennenlernte.

Speziell für Deutschland, aber scheinbar auch für Amerika und andere Länder gilt: Nicht ins Fitnessstudio gehen, sondern einem Klub beitreten! Oder einfach eine Gruppe Gleichgesinnter, z. B. via Meetup.com, suchen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, deine Firma zu gründen? Welche Probleme hattest du bei der Gründung?

Einfach durch Zufall fiel mir auf, dass die Amerikaner keine Hörspiele für Kinder kennen. Nach einiger Recherche realisierte ich dann, dass Kinderhörspiele ein rein deutsches Phänomen sind. Also entschied ich mich Giddio zu gründen, um Billy Brown zu produzieren und ihn den amerikanischen Familien vorzustellen.

Probleme bei der Gründung selbst hatte ich keine: Amerika macht es einem einfach, eine Firma zu gründen. Das Land der Unternehmer hat seinen Ruf nicht umsonst! Aber es ist ein längerer Weg, als ich dachte. Ich muss den Amerikanern zuerst Hörspiele und deren Vorzüge erklären.

Hat sich die Auswanderung für Dich gelohnt?

Ja, mit Kinderhörspielen für amerikanische Familien habe ich eine Herausforderung gefunden, die mir auch Selbstständigkeit bringt. Noch arbeite ich an meinem amerikanischen Traum – aber ich bin sicher, dass ich vom “Tellerwäscher” zum Millionär schaffen werde!

Wie stellst du dir deine Zukunft vor, was sind die Pläne im 2010?

In 2010 werde ich mich voll auf Giddio’s Audio Adventures (www.Giddio.com) konzentrieren. Ich hatte in den Vorjahren ein paar Rückschläge, typische Anfängerfehler halt. Aber ich kenne das Ziel und werde auf meinem Weg dahin einfach durchhalten!

Jens, vielen Dank für dieses Interview und alles Gute für die Zukunft!

Interview mit Günter Dirks vom Friesenhaus: „Die Texaner haben uns mit offenen Armen und Herzen empfangen.“ (Teil 2)

Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.

Heute im Interview: Günter Dirks, Inhaber des “Friesenhaus” in Texas. Den ersten Teil des Interviews gibt es hier.

Günter, war es schwer, Fuß zu fassen? Was hat Euch geholfen, Euch zurechtzufinden?

Uns ist es nicht schwergefallen, uns einzuleben. Passabel Englisch zu sprechen ist dabei ein wichtiger Faktor. Um unseren Jungs die Eingewöhnung so leicht wie möglich zu machen, haben wir schon in Deutschland so oft wie möglich Filme in Englisch angeschaut und Peter und Walter viele englische Bücher lesen lassen.

Mit dem Standort New Braunfels haben wir ziemlich ins Schwarze getroffen. Die Stadt war genau richtig für uns. Nicht zu groß und nicht zu klein und verkehrsgünstig zu der texanischen Hauptstadt Austin gelegen. Wenn man signalisiert, dass man “dazugehören” möchte, dann kann man sehr schnell auch wirklich dazugehören. Meine Frau sagt immer: Die Leute haben uns hier mit offenen Armen und offenen Herzen empfangen.

Arbeit ums Haus herum

Wie viel Deutschland steckt noch in Dir? Mit welcher Nation würdest Du Dich eher identifizieren?

In unserer gesamten Familie steckt noch viel Deutschland. Wir sind stolz auf unsere deutschen Wurzeln, sehen aber unsere Zukunft und die unserer Kinder hier in Amerika. Die Chancen sind einfach besser. Beide Länder haben sehr viel gemeinsam, sind aber gleichzeitig in vielem auch total unterschiedlich. Da ich zukunftsorientiert bin, identifiziere ich mich also eher mit Amerika.

Ein deutsches Restaurant in den USA: Musstest Du mit vielen Klischees kämpfen? Serviert Ihr auch Sauerkraut, Bratwurst und Knödel?

Deutsche Restaurants sind in den USA sehr beliebt. Da einige Amerikaner in Süddeutschland stationiert sind, ist deutsche Küche und deutsches Bier sowohl bekannt als auch sehr beliebt. Zurzeit zapfen wir 16 verschiedene deutsche Biere frisch vom Fass.

Wir repräsentieren mit unserer Speisekarte zwar ganz Deutschland, aber wir sind auch sehr „süddeutsch“. Deswegen haben wir eine große Auswahl an Schnitzeln und Würstchen. Aber auch andere traditionelle Gerichte wie Rouladen und Sauerbraten sind auf der Karte vertreten. Und für unseren Rotkohl kommen die Leute sogar aus Houston zu uns. Da wir aus dem Norden sind, bieten wir aber auch viele Fischgerichte an. Außer Forelle und Lachs auch z. B. eingelegten Hering und Rollmops.

Wir mussten eigentlich nicht mit Klischees kämpfen, sondern haben das “bayrische” Bild, das die Welt von Deutschland hat, in unser Konzept mit eingearbeitet. Unsere weiblichen Kräfte bedienen z. B. im Dirndl, während unsere männlichen Kellner die gestreiften Fischerhemden aus meiner norddeutschen Heimat tragen.

Außer gutem deutschem Essen bieten wir in unserem Restaurant aber auch ein schönes Ambiente mit deutscher Gemütlichkeit. An den Wochenenden gibt es “Live German Music” und die Rechnung gibt es erst, wenn unsere Gäste danach fragen – und nicht, während sie noch beim Hauptgericht sind. Das Bier wird mit Schaum und den richtigen Gläsern und Bierdeckeln serviert und Tischdecken und Stoffservietten sind obligatorisch. Wir sind ein gemütliches “Family Restaurant” nach deutscher Art.

Friesenhaus Maßkrüge

Friesenhaus Maßkrüge

Wie war das Gefühl direkt nach Eurer Ankunft – eher alles in rosarot oder das große Bangen, dass auch alles gut gehen möge?

Wir waren sehr froh als wir endlich mit den Visa im Pass und den Koffern in der Hand in New Braunfels ankamen. Voller froher Erwartungen wollten wir endlich in unser neues Leben starten. Natürlich fragt man sich speziell in der Anfangsphase hin und wieder, ob es wirklich richtig war, einen so großen Schritt zu wagen. Wir haben aber weder gebangt, noch alles rosarot gesehen, sondern uns mit großer Zuversicht ans Werk gemacht.

Cornelia in der Bäckerei

Sprecht Ihr zu Hause Deutsch oder Englisch?

Zuhause sprechen wir weiterhin Deutsch und wollen die Sprache auch an unsere zukünftige Enkelkinder weitergeben. Es ist schön, beide Kulturen zu kennen und zu pflegen.

Was sind Deine Pläne für 2010?

Für 2010 und die kommenden Jahre haben wir große Pläne. Unser Friesenhaus läuft sehr gut, und unsere Kunden kommen von überall her. Kunden aus Houston und anderen Städten nehmen eine dreistündige Autofahrt in Kauf, nur um bei uns zu speisen.

Wir werden oft gefragt, warum wir nicht auch Restaurants in anderen Städten haben. Daher wollen wir unser Restaurant auch als Franchise Modell anbieten. Wir sind voller Energie und sehen uns eigentlich erst am Anfang unseres American Dreams.

Günter, vielen Dank für das Interview! Mehr Details unter http://www.friesenhausnb.com.

Interview mit Günter Dirks vom Friesenhaus: „Die Texaner haben uns mit offenen Armen und Herzen empfangen.“ (Teil 1)

Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.

Heute im Interview: Günter Dirks, Inhaber des “Friesenhaus” in Texas.

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Günter, stell Dich am besten zunächst kurz vor.

Mein Name ist Günter Dirks, ich werde im Juni 60 Jahre alt. Zusammen mit meiner Frau Cornelia (51) und meinen Söhnen Peter (21) und Walter (19) bin ich vor ziemlich genau 5 Jahren mit einem E-2 Visum nach Texas gekommen.

Wir haben hier in New Braunfels unser deutsches Restaurant Friesenhaus mit knapp 300 Sitzplätzen eröffnet. Ich komme aus Emden in Ostfriesland – daher der Name Friesenhaus. Wir wohnen ungefähr 15 Minuten Autofahrt von unserem Restaurant entfernt mitten im Grünen. Meine Frau und ich genießen die Ruhe und Abgeschiedenheit unseres Hauses sehr.

Haus mit Umschwung

Wie ist in Dir der Entschluss gereift, in die USA zu gehen? Was waren die Gründe, was der Auslöser?

Der Entschluss in die USA zu gehen, ist über Jahre gereift. Es waren in erster Linie wirtschaftliche und politische Gründe, die uns bewogen haben, Deutschland zu verlassen. Ich war fast 20 Jahre Kapitän in der Handelsschifffahrt und habe dann 20 Jahre lang mit meiner Frau zusammen ein Reisebüro geführt. Es hat Spaß gemacht aber man kann in Deutschland kaum Geld verdienen. Steuern, Abgaben, zu viele Vorschriften – das bremst.

Günter am Zapfhahn

Wir haben uns auch Sorgen um die Zukunftsaussichten unserer Kinder gemacht. Selbst mit einem Universitätsabschluss ist es in Deutschland heutzutage sehr, sehr schwierig eine gut bezahlte Arbeitsstelle zu finden. Wir haben uns nach mehr Freiheit gesehnt und vor allem nach besseren Chancen für unsere Söhne Peter und Walter.

Hattest Du vorher schon Erfahrungen mit den USA sammeln können?

Während meiner Zeit als Kapitän bin ich viele Häfen an der Ost- und Westküste der USA angelaufen. Auf unserer Hochzeitsreise sind meine Frau und ich drei Monate kreuz und quer durch die USA gereist und später, mit den Kindern, haben wir fast jedes Jahr einmal in den USA Urlaub gemacht. Wir kannten die USA daher schon recht gut.

Friesenhaus Hausanlieferung

Friesenhaus Hausanlieferung

Wie reagierte Dein Umfeld in Deutschland auf die Idee, dass ihr in die USA auswandert?

Für die meisten Leute war es eigentlich keine große Überraschung mehr, als wir ihnen von unseren Umzugsplänen in die USA erzählten. Sie hatten so etwas schon geahnt. Obwohl viele Leute eigentlich unsere Gründe nachvollziehen konnten, fanden die meisten es doch eher mutig, als wir unseren Entschluss dann wirklich in die Tat umsetzten. Einige wenige reagierten auch mit Unverständnis.

Hast Du jetzt noch Verbindungen in Deine alte Heimat? Bist Du vielleicht sogar noch öfter dort?

Meine Frau und ich haben noch Brüder mit Familien und einige Freunde, die in Norddeutschland wohnen. Während der Anfangsphase haben wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf unser Restaurant gerichtet und sind – von kleineren Tagesausflügen abgesehen – nirgendwo hingefahren. Aber das war für uns in Ordnung. Im letzten Jahr waren wir dann zweimal für jeweils 10 Tage in Deutschland. Einmal um unser Firmenvisum zu erneuern und dann noch einmal mit Walter, als er sein Visum erneuern musste.

Friesenhaus Außenansicht

Friesenhaus Außenansicht

Im nächsten Artikel erfahren Sie mehr zu den Dirks und Ihrem Leben in Texas! Zum Restaurant geht es hier.

(M)ein Jahr in New York

Vor genau einem Jahr drückte ich meine Lieben fest an mich und begann damit ein neues Kapitel in meinem Leben – die Auswanderung nach Amerika! Auf der Zugfahrt an den Flughafen hatte mein Radar bereits auf Entdeckermodus umgeschaltet. Ich erinnere mich, wie ich die saftigen Wiesen mit den gescheckten Kühen in mich aufsog, den Häusern mit den rotbraunen Spitzdächern nachschaute.

Ich wollte nicht nach New York fliegen, sondern wie mein Urgrossvater mit dem Schiff den Weg antreten. So flog ich nach London, und fuhr von dort mit dem Bus an die Küste. Am nächsten Tag hiess es Leinen los – mit mir an Bord und so viel Gepäck, wie ich selbst tragen konnte.

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Eine Woche später fuhren wir an der Freiheitsstatue und Ellis Island vorbei und legten am Pier in New York an. Geplant war zwei Wochen die Stadt zu erkunden und dann zu sehen, wo es mich hinzieht. Nach 2 Wochen Big Apple hatte ich aber noch nicht genug, und ich verlängerte meinen Aufenthalt.

Ich traf mich damals mit Markus, einem meiner ehemaligen Kunden, zum Lunch. Auch er schlug vor mehr als 10 Jahren seine Zelte hier auf und hatte sofort den Durchblick: “Du wirst hier hängen bleiben, Reto!“, prophezeite er. Und sollte recht behalten!

Ich bin glücklich im Big Apple. Glücklich, dass ich meinem Herzen folgte – und die Logik beiseite schob. Glücklich, dass ich weiß, was mir wichtig ist und was ich will. Dass ich lehrreiche Erfahrungen mache. Dass ich im Grossstadtdschungel Liebe und Freundschaft gefunden habe. Dass ich mein eigenes Business aufbaue und Spaß dabei habe. Der weise Konfuzius hatte eben schon recht: Wähle einen Beruf, den Du liebst, und Du brauchst keinen Tag in Deinem Leben mehr zu arbeiten!

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