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News » Newsletter-Archiv » 2010 » Newsletter 12/2010 » Die Praesidenten der Vereinigten Staaten: Nr. 14 und 15 - Franklin Pierce und James Buchanan
In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen Franklin Pierce und James Buchanan vor.
Franklin Pierce wurde als Sohn eines Gouverneurs im US-Bundesstaat New Hampshire geboren. Nachdem er das Studium der Rechtswissenschaft in Northampton, Massachusetts, absolviert hatte, wurde er 1827 vor Gericht als Anwalt zugelassen.
Seine politische Laufbahn begann Pierce als Demokrat in New Hampshire; später war er u. a. Mitglied im US-Repräsentantenhaus sowie im US-Senat. Seine gesamte politische Unterstützung galt dem damaligen Präsidenten Andrew Jackson, wodurch Pierce auch den Spitznamen „Young Hickory" - abgeleitet von Jackson's Beinamen „Old Hickory" - trug. Jedoch wurde Pierce von weitaus angeseheneren Politikern in den Schatten gestellt und fasste so den Entschluss, den Senat zu verlassen und seiner juristischen Karriere mehr Aufmerksamkeit beizumessen.
Regierungszeit: 1853-1857
Pierce zog sich komplett aus dem öffentlichen Leben zurück, bis er 1852 zum Präsidentschaftskandidaten nominiert wurde. Die Präsidentschaftskampagne war von kontroversen Themen, wie z.B. der Sklaverei, bestimmt. Da die Demokraten als eine wesentlich homogenere Partei im Vergleich zu den Whigs auftraten, wurde Franklin Pierce im November 1852 überraschenderweise - auf nationaler Ebene stellte er ein völlig unbeschriebenes Blatt dar - zum Präsidenten gewählt. Sein Triumph wurde jedoch bald von einem tragischen Ereignis überschattet; wenige Wochen vor der Inauguration mussten Pierce und dessen Frau Jane miterleben, wie ihr einziger Sohn bei einem Eisenbahnunfall ums Leben kam.
Auf außenpolitischer sowie innenpolitischer Ebene rief Pierce oftmals Entrüstung hervor: Nicht nur setzte er Großbritannien unter Druck, auf die Interessengebiete entlang der Küste Mittelamerikas zu verzichten, sondern versuchte auch, Spanien davon zu überzeugen Kuba zu verkaufen. 1854 unterzeichnete Pierce den Kansas-Nebraska-Akt, welcher den Missouri-Kompromiss außer Kraft setzte und das Thema Sklaverei im Westen der USA erneut zur Debatte stellte. Dieses Gesetz führte in Kansas zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern der Sklaverei und ging als „Bleeding Kansas" in die Geschichte der USA ein.
Am Ende seiner Amtszeit weigerten sich die Demokraten, Pierce erneut zum Präsidentschaftskandidaten zu nominieren und entschieden sich stattdessen für den weniger kontroversen James Buchanan.
Mit 47 Jahren war Franklin Pierce zum damaligen Zeitpunkt der jüngste Präsident in der Geschichte Amerikas.
"The dangers of a concentration of all power in the general government of a confederacy so vast as ours are too obvious to be disregarded." (Franklin Pierce)
James Buchanan wurde als Sohn irischer Einwanderer im Staat Pennsylvania geboren. Ebenso wie Pierce schlug er zunächst eine juristische Laufbahn ein und führte nach seinem Studium der Rechtswissenschaft eine erfolgreiche Anwaltskanzlei. Sein Talent der Redekunst führte Buchanan schließlich zur Politik.
Buchanan gehörte ursprünglich den Föderalisten an, schloss sich aber den Demokraten an, als sich seine eigene Partei in den 1820er Jahren auflöste. Unter anderem war er als US-Botschafter in St. Petersburg, US-Senator und Außenminister im Kabinett von Präsident Polk tätig.
Bereits 1844 strebte Buchanan eine Nominierung als Präsidentschaftskandidat an, entschloss sich aber letztendlich, Polk zu unterstützen. Da ihm vier Jahre später erneut keine Nominierung gelang, zog er sich bis 1853 aus dem Staatsdienst zurück. Buchanan war - wie Polk - Vertreter des „Manifest Destiny" und des amerikanischen Imperialismus.
Regierungszeit: 1857-1861
Im Jahr 1856 wurde Buchanan schließlich zum Präsidentschaftskandidaten ernannt und konnte sich gegen seine beiden Wahlkonkurrenten durchsetzen. Jedoch gelang es ihm während seiner Regierungszeit nicht, die Unstimmigkeiten zwischen den Nord- und Südstaaten bezüglich der Sklavenfrage beizulegen. Buchanans Strategie bestand darin, die Antisklavenhaltung der Nordstaaten einzudämmen sowie die Durchsetzung des Fugitive Slave Act gleichzeitig zu fördern. Weitere innenpolitische Rückschläge während seiner Amtszeit beinhalteten u.a. die wirtschaftliche Panik im Jahr 1857.
Am 20. Dezember 1860 spaltete sich der erste Südstaat - South Carolina - von der Union ab; bis 1861 sollten noch 17 weitere folgen. Buchanan verurteilte die Sezession zwar, stand dieser politischen Krise jedoch hilflos gegenüber. Seine Kabinettsmitglieder begannen zurückzutreten und der Krieg war nun unvermeidbar. Auch Jahre nach dem Ende seiner Regierungszeit spotteten der Kongress, die Republikanische Partei, Präsident Lincoln, das US-Militär sowie nationale Zeitungen, dass Buchanan nicht in der Lage war, die Sezession zu verhindern.
James Buchanan war bisher der einzige Präsident, der nie heiratete und dessen Nichte deshalb die Rolle der „First Lady" übernahm.
"I like the noise of democracy." (James Buchanan)
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