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News » Newsletter-Archiv » 2006 » RATGEBER: Bewerbung in den USA
Der Traum vom Leben in den USA steht und fällt häufig mit einem Arbeitsplatzangebot, bzw. einem konkreten Arbeitgeber vor Ort. Wenn sich denn Kontaktadressen auftun, gilt es die zweite Hürde zu überwinden: die Frage nach der richtigen Bewerbung.
In den USA gelten nicht nur andere Regeln für die Bewerbungsunterlagen, sondern auch für das gesamte Auswahlverfahren. Deshalb möchten wir uns heute in unserem Ratgeberthema mit den wichtigsten Grundsätzen im Bewerbungsprozess befassen und haben für Sie einige nützliche Hinweise zusammengestellt.
Vorab überdenken Firmen in den USA geht es vor allen Dingen um die fachliche Qualifikation und die Persönlichkeit des Bewerbers, hierin unterscheiden sich das US- und das deutsche System nur geringfügig. Machen Sie sich immer bewusst, dass unter diesem Gesichtspunkt Ihre Bewerbungsunterlagen gesichtet werden; später natürlich auch Sie in Persona. Manche Unternehmen bemühen sich schon vorab durch Personalfragebögen (vor dem eigentlichen Bewerbungsgespräch) darum möglichst viel über den Bewerber in Erfahrung zu bringen.
Bewerbungsunterlagen Bewerbungen für die USA beschränken sich häufig nur auf das Anschreiben (cover letter) und den Lebenslauf (resume). Selbstverständlich sollten Sie sich vorab erkundigen, ob eventuell noch mehr Dokumente vorab von Ihnen angefordert werden, das so genannte „complete dossier“; was bedeutet, dass Sie eine komplette Bewerbungsmappe mit allen Zeugnissen etc. vorlegen sollen.
Nicht immer erwarten US-Firmen von ausländischen Bewerbern, dass diese Ihre Unterlagen in Briefform einsenden. Es gibt durchaus immer mehr Unternehmen die e-Mail Bewerbungen akzeptieren. Sollte also im Job-Angebot eine entsprechende Adresse genannt sein, können Sie diese Möglichkeit gerne nutzen. Bitte immer daran denken, dass auch die Online-Version den allgemeinen Bewerbungsstandards standhalten sollte (namentliche Anrede etc.). Beachten Sie sehr genau, dass Ihr Englisch sehr gut formuliert und versiert klingt, denn sehr gute Englischkenntnisse sind ein absolutes Muss und eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Arbeitsplatzsuche in den USA (und vor allen Dingen für eine qualifizierte Arbeit).
Verwenden Sie für das eigentliche Anschreiben (cover letter) nicht mehr als eine Seite; auch hier gilt, in der Kürze liegt die Würze. Die Anrede erfolgt mit „Dear Mr. / Mrs.“, zur Verabschiedung sollten Sie die Formulierung „sincerely“ wählen; vermeiden Sie bitte zu persönliche Verabschiedungen wie „best regards“ oder ähnliches. Inhaltliche Unterscheidungen zum deutschen Anschreiben gibt es kaum: überzeugen Sie das Unternehmen davon, dass es für das US-Unternehmen von Nutzen sein wird gerade Sie anzustellen. Was Personalabteilungen gerne von den Bewerbern lesen, sind Ihre Karriereabsichten, d. h. welche berufliche Ziele Sie genau verfolgen möchten. Denken Sie auch daran, dass das Datum in den USA anders geschrieben wird als in Deutschland.
Auch den Lebenslauf sollten Sie, falls möglich, auf eine Seite beschränken. Selbstverständlich sollten Sie aber nicht mit Ihren Qualifikationen hinter dem Berg halten, soll heißen, wenn es zwei Seiten werden, dann ist dies auch kein Problem.
Gliedern Sie den Lebenslauf inhaltlich in folgende Hauptbereiche: Information über Sie selbst, also den Bewerber, Ausbildung, Berufserfahrung, Praktika, besondere Kenntnisse, ehrenamtliche Tätigkeiten etc. Stellen Sie allerdings jeweils die Erfahrungen und Ausbildungen in den Vordergrund, die auch auf die Stellenbeschreibung abzielen. Zu viel des Guten ist nicht immer förderlich.
Da in der Regel im Erstschreiben keine Zeugnisse oder dergleichen beigelegt werden, sollten Sie daran denken im Lebenslauf Ihre Examensnoten anzugeben. Beachten Sie bitte, dass sich das Notensystem der USA von dem aus Deutschland unterscheidet und erläutern Sie deshalb Ihre Noten, z. B. damit welche Zeit, Prüfungen oder Qualifikationen für den Abschluss von Nöten waren. Vor allen Dingen sollten Sie sich hierbei auf die letzten Jahre Ihrer Ausbildung konzentrieren, diese stehen im besonderen Focus der US-Firmen.
Eine Überschrift wie in den deutschen Lebensläufen der Fall kennt der amerikanische nicht. Starten Sie deshalb mit dem Briefkopf. Machen Sie bitte keine Angaben, die auf Ihre persönlichen Umstände hindeuten könnten. Name und Anschrift reicht völlig aus, das Photo entfällt gänzlich. Hintergrund sind die strengen Anti-Diskriminierungsgesetze in den USA; keine US-Firma möchte in den Verdacht geraten, Sie auf Grund Ihres äußeren Erscheinungsbildes, Ihrer Hautfarbe oder Ihrer Religion ausgewählt zu haben. Bitte geben Sie auch nicht Ihr Geburtsdatum an und unterschreiben Sie den Lebenslauf nicht.
Stellen Sie gerne im Lebenslauf Ihre außeruniversitären oder nebenberuflichen Tätigkeiten zur Schau. Soziales Engagement wird in den USA groß geschrieben; umreißen Sie deshalb nicht nur Ihre Aufgaben im jeweiligen Gebiet, sondern auch Ihren spezifischen Verantwortungsbereich. Auch Leistungen im Bereich des Sports werden gerne honoriert.
Sollten Sie bei früheren Tätigkeiten über Referenzschreiben verfügen, so weisen Sie im Lebenslauf mit einem „References available on request“ hin.
Sollte von Ihnen eine komplette Bewerbungsmappe angefordert werden, dann fügen Sie dieser wie bei einer deutschen Empfehlungsmappe Urkunden, Zeugnisse, Arbeitsproben, Referenzschreiben etc. bei.
Und unser Tipp: Bleiben Sie aktiv. Ihr zukünftiger US-Arbeitgeber wird es Ihnen honorieren, wenn er Ihr Engagement und Ihren Einsatz verspürt, in den USA „follow up“ genannt. Erkundigen Sie sich telefonisch, ob Ihre Unterlagen eingetroffen sind, ob weitere Informationen gewünscht werden etc.
Das Bewerbungsgespräch Einige US-Unternehmen gehen dazu über, nach Sichtung Ihrer Bewerbungsunterlagen, Sie zu einem telefonischen Interview (Dauer in der Regel ca. 30 Minuten) einzuladen. Sicherlich auch sinnvoll, wenn sich der Bewerber auf einem anderen Kontinent befindet. Dies dient meist dazu, eine weitere Vorauswahl treffen zu können.
Wer auch diese Hürde gut gemeistert hat, wird dann zumeist zu einem persönlichen Gespräch vor Ort gebeten. Hoffen Sie nicht zu sehr darauf, dass Ihr potentieller neuer Arbeitgeber für diese Kosten aufkommt, dies ist häufig nur für sehr hochwertige Posten vorgesehen.
Da in den USA Höflichkeit und Freundlichkeit sehr hoch gehandelt werden, wird dies auch von ausländischen Bewerbern erwartet. Lassen Sie sich nicht von dem teilweise doch eher informellen und kameradschaftlichen Ton verleiten, diesen auch im Bewerbungsgespräch Ihrem Gegenüber anzuwenden. Ein freundlicher, aber nicht zu familiärer Stil, hat sich bewährt. Beachten Sie auch, dass die Kleidervorschriften in den USA häufig deutlich strenger und konservativer gehandhabt werden als hier in Deutschland. In der Regel sind im Büro Anzug oder Kostüm an der Tagesordnung. Beachten Sie dies für Ihr Bewerbungsgespräch.
Und auch hier gilt: Bleiben Sie am Ball. Haben Sie das Gespräch gut hinter sich gebracht, so ist es üblich, sich für die Einladung telefonisch oder schriftlich zu bedanken und weiterhin bestehendes Interesse zu bekunden.
Die Visa-Problematik Viele unserer Kunden wundern sich, dass Ihre Bewerbung in den USA unbeantwortet bleibt. Dies kann daran liegen, dass das angeschriebene Unternehmen derzeit keinen Bedarf hat; wenig Beachtung findet aber bei den meisten uns vorliegenden Bewerbungsbeispielen die Tatsache, dass US-Firmen, die keine Sicherheit im Hinblick auf die Arbeitserlaubnis / Aufenthaltsgenehmigung haben, kein besonderes Interesse haben können zu reagieren.
Dabei ist es nicht immer wichtig über eine „GreenCard“ – als Symbol für eine(n) Daueraufenthalt / unbeschränkte Arbeitsgenehmigung – zu verfügen, dies ist ein weit verbreiteter Irrtum. Vielmehr sollten Sie bei Ihrer Bewerbung klarstellen, dass Sie sich für eine geeignete, dem Stellenprofil passende Erlaubnis durchaus qualifizieren. Dabei können Sie, die aus Ihrer Sicht richtige Visa-Kategorie durchaus erwähnen, bzw. andeuten, wie man zu einer solchen gelangen könnte. Je nachdem, wie Sie die Formulierung vornehmen, muss dies nicht belehrend wirken, sondern stellt einen Anreiz dar, sich weiter mit Ihrer Bewerbung auseinanderzusetzen und Sie in den engeren Bewerberkreis einzubeziehen.
Erfahrungsgemäß macht es auch Sinn, sich bereit zu erklären, einen angemessenen Teil der mit dem Visa-Antrag verbundenen Kosten zu übernehmen. Wenn man bedenkt, dass solche Visa-Verfahren bis zu $ 7.000 kosten können, ist es verständlich, dass US-Unternehmen vor solchen Schritten zunächst zurückschrecken. Dabei ist es denkbar, dass Sie bei geschickter Verhandlungsweise den kleineren Anteil der Kosten übernehmen oder Sie diesen anteilig von Ihren Monatsgehältern abgezogen bekommen.
Hierfür ist es natürlich notwendig, genauer zu wissen, welche Kategorie im jeweiligen spezifischen Fall zutreffend könnte. Sofern Sie hier Beratung und/oder Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen jederzeit gerne mit Rat und Tat zur Seite, um Ihren Traum vom Leben und Arbeiten in den USA Wirklichkeit werden zu lassen.
Ein großes Dankeschön an AmericanDream. Endlich große Wälder, große Tiere und echtes Wetter!
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