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News » Newsletter-Archiv » 2006 » RATGEBER: Mobil telefonieren in Nordamerika
Die Zeiten, in denen man im Urlaub nur über das Hoteltelefon erreichbar war, sind lange vorbei. Aber mobil telefonieren im Ausland ist häufig ein teures Vergnügen, zumal wenn unvorhergesehene Notfälle passieren oder man geschäftlich erreichbar sein will. Deshalb wollen wir Sie heute über die Tarife und die Besonderheiten in den USA informieren.
Auch in den USA gibt es inzwischen recht gut ausgebaute GSM-Mobilfunknetze, während es noch vor einigen Jahren fast ausschließlich analoge Handynetze gab, die mit dem in Europa üblichen GSM-Mobilfunkstandard nicht kompatibel waren. Dennoch ist die Handy-Telefonie jenseits des Atlantiks nicht mit den Gepflogenheiten in Europa vergleichbar. Zum einen werden in erster Linie nur die großen Ballungsgebiete und wichtige Interstate-Highways abgedeckt, nicht jedoch das Land dazwischen. Zum anderen funken die amerikanischen GSM-Netze in den Frequenzbereichen um 850 und 1900 MHz.
Wer in Nordamerika telefonieren möchte, benötigt daher entweder ein separates Handy, das die dort üblichen Frequenzbereiche abdeckt, oder ein so genanntes Triband- oder Quadband-Handy, das sowohl die in Europa üblichen Frequenzbänder um 900 und 1800 MHz, als auch die amerikanischen Bereiche unterstützt.
Hat man kein passendes Telefon zur Hand, so kann man ein solches oft auch bei seinem Netzbetreiber oder Provider ausleihen. Hier hilft im Zweifelsfall die Kundenbetreuung weiter. Hält man sich öfter in Nordamerika auf, so macht es möglicherweise Sinn, bei der nächsten Vertragsverlängerung oder dem nächsten Vertragsabschluss auf ein Nordamerika-taugliches Handy umzusteigen. Viele aktuelle Geräte wie zum Beispiel das Nokia N70 oder das Sony Ericsson K600i können auch in den USA genutzt werden.
Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern steht in Nordamerika oft nur ein GSM-Netz zur Verfügung. Eine manuelle Netzwahl, bei der man sich beim günstigsten Roaming-Partnernetz seines Heimat-Netzbetreibers einbucht, entfällt daher.
Auch mit Calling Cards kann man seine Gesprächskosten vom Handy aus kaum minimieren. Die Zugangsnummern mit Vorwahlen wie 1-800 oder 1-888 sind zwar vom Festnetz aus kostenlos zu erreichen. Wählt man eine solche „Toll Free“-Nummer aber vom Handy aus an, so fallen hierfür Gesprächskosten für ein Inlandstelefonat an.
ÜBERSICHT ROAMING-PREISE (IN EURO)
Cingular Wireless (AT&T)
Displayanzeige: AT&T
Gespräche innerhalb der USA: 1,36 – 1,56 Euro
Gespräche nach Deutschland: 1,88-2,57 Euro
SMS-Versand: 0,41-0,44 Euro
T-Mobile US
Displayanzeige: TMO
Gespräche innerhalb der USA: 0,83-1,01 (Taktung 60/60)
Gespräche nach Deutschland: 1,19-1,45
SMS-Versand: 0,24-0,28
Rogers Wireless (Microcell)
Displayanzeige: ROGERS
Gespräche innerhalb der USA: 1,19-1,30
Gespräche nach Deutschland: 1,85-2,01
SMS-Versand: 0,36-0,39
SMS-Versand für T-Mobile- und O2-Kunden plus den Preis für eine innerdeutsche SMS!
Stand: Juni 2006, alle Angaben ohne Gewähr, geringe Rundungsdifferenzen vorbehalten
Auch wenn Sie in Nordamerika angerufen werden, müssen Sie zahlen. Der Anrufer zahlt nur die normalen Entgelte für den Anruf auf ihr deutsches Handy. Die Weiterleitung in die USA und nach Kanada geht auf Ihre Kosten. Dazu kommen noch Zuschläge, die der amerikanische Netzbetreiber erhebt. Wichtig: Auch der SMS-Empfang wird von einigen amerikanischen Netzbetreibern berechnet. Das gleiche gilt für nicht zustande gekommene Gespräche (für die Dauer des Rufaufbaus und Freizeichens). Vor der Mailbox-Kostenfalle sollten Sie sich ebenfalls in Acht nehmen.
PREISE FÜR ANKOMMENDE GESPRÄCHE (IN EURO)
Cingular Wireless
T-Mobile: 1,88 Euro
Vodafone: 2,15 Euro
E-Plus: 2,20 Euro
O2: 2,11 Euro
T-Mobile US
T-Mobile: 1,35 Euro
Vodafone: 1,66 Euro
E-Plus: 1,71 Euro
O2: 1,60 Euro
Rogers Wireless
T-Mobile: 1,64 Euro
Vodafone: 1,94 Euro
E-Plus: 2,00 Euro
O2: 1,91 Euro
Stand: Juni 2006
Wenn Sie länger in den USA sind, lohnt sich eventuell der Kauf einer lokalen Prepaid-Karte. Einige Händler könnten dafür allerdings den Nachweis einer amerikanischen Sozialversicherungsnummer verlangen, was die Anschaffung freilich erschwert. Hier bietet www.teltarif.de Ihnen in Kooperation mit Globilo einen besonderen Service an: Wenn Sie eine Prepaid-Karte für die USA benötigen, können Sie diese dort online kaufen.
Ihr Vorteil beim Kauf einer ausländischen Prepaidkarte vor Antritt der Reise liegt außerdem darin, dass Sie Ihren Daheimgebliebenen oder Geschäftspartnern die ausländische Handynummer schon mitteilen können, bevor Sie abreisen. Zwar sind die Prepaidkarten von Globilo teurer als im Land selbst, jedoch entfallen zum Beispiel die Kosten für das Mitteilen der Nummer vom Ausland aus. Außerdem sind Preise beim Telefonieren mit einer Prepaidkarte nach Deutschland wesentlich geringer, als die Roaming-Gebühren, die anfallen, wenn man mit einer deutschen Karte von den USA oder Kanada aus nach Deutschland telefoniert. Des Weiteren erhalten Sie auch eine ausführliche deutsche Bedienungsanleitung.
Allerdings sei angemerkt: Im Gegensatz zu vielen anderen Reiseländern ist eine nordamerikanische Wertkarte kein Garant zum Sparen. Auch mit einer solchen Karte zahlen Sie für eingehende Gespräche Geld. Das ist in Amerika selbst bei Vertragskarten so üblich. Grund: Die Mobilfunknetze haben keine eigene Vorwahl. Handys bekommen ganz normale Festnetz-Rufnummern. Anrufer zahlen somit den gleichen Preis wie für ein Gespräch ins amerikanische Festnetz. Die Kosten für die Weiterleitung ins Mobilfunknetz trägt der Angerufene.
Für Gesprächspartner aus Deutschland ist ein Anruf auf einer amerikanischen Handynummer deutlich günstiger als ein Telefonat zu einer deutschen Karte. Viele Call-by-Call-Anbieter verlangen für ein einminütiges Gespräch in die USA weniger als 2 Cent. Genaue, tagesaktuelle Minutenpreise können Sie jederzeit auch der Tarifdatenbank für die USA unter teltarif.de entnehmen.
Eine Besonderheit stellt die Möglichkeit des Roamings im Nextel-Netz dar. Dieses funkt im nicht-GSM-kompatiblen iDEN-Standard, so dass hierfür spezielle Endgeräte erforderlich sind. Diese kann man über seinen Netzbetreiber mieten. Vorteil von Nextel, das u. a. auch von vielen Fernfahrern in den USA genutzt wird, ist eine gegenüber den GSM-Netzen bessere Flächenversorgung. Enttäuscht werden Handyfans sein, die z. B. die Videotelefone oder breitbandige Online-Dienste nutzen möchten. UMTS-Netze im europäischen Standard gibt es in Nordamerika nämlich nicht. Stattdessen setzen die Netzbetreiber auf eigene 3G-Standards, die mit dem in unseren Breiten üblichen System nicht kompatibel sind.
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