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Ratgeber: Autofahren in den USA

Als europäischer Autofahrer hat man auf den nordamerikanischen Highways leichtes Spiel. Man fährt dort vergleichsweise rücksichtsvoll und vor allem gemächlich. Meistens jedenfalls. Einige Verkehrsregeln unterscheiden sich von denen in Europa. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengestellt:

– Die Höchstgeschwindigkeit ist ausgeschildert: auf Interstate Highways je nach Bundesstaat 55–75 m.p.h. (Meilen pro Stunde oder 89–121 km/h) bzw. außerhalb von Städten auf freien Strecken 65 m.p.h. (105 km/h); auf US- und State Highways 55 m.p.h., in Ortschaften 25–30 m.p.h. (40–48 km/h).

– Schulbusse mit blinkender Warnanlage, die Kinder ein- und aussteigen lassen, dürfen nicht passiert werden. Das gilt auch für Fahrzeuge aus der Gegenrichtung!

– Rechtsabbiegen an roten Ampeln ist in allen US-Staaten außer in New York City erlaubt (Ausnahme: bei Verkehrszeichen mit einem durchgestrichenen Rechtsabbiegerpfeil oder der Aufschrift „No Turn On Red“).

– Außerhalb von Ortschaften muss man zum Parken oder Anhalten mit dem Fahrzeug vollständig von der Straße herunter.

– Car Pool Lanes heißen Fahrspuren auf Interstate Highways, die nur von Bussen, Taxis und Autos mit mindestens zwei oder drei Insassen benutzt werden dürfen. Solche Fahrspuren sind ausgeschildert und mit Rauten markiert.

– Polizeikontrollen in den USA laufen im Gegensatz zu Mitteleuropa etwas anders ab. Wenn sich ein Polizeiauto mit Blaulicht oder Sirene nähert, halten Sie an, stellen den Motor ab und öffnen das Wagenfenster. Die „Cops“ legen Wert darauf, Ihre Hände deutlich sehen zu können. Es besteht offiziell absolutes Alkoholverbot.

– Die Hierarchie der Straßen sieht in allen Bundesstaaten gleich aus. Die Interstate Highways (z. B. I-10) mit ungeraden Nummern durchqueren den Kontinent in Nord-Süd-Richtung, die mit geraden in Ost-West-Richtung. Sie sind den europäischen Autobahnen vergleichbar, d.h. gut ausgebaute, kreuzungsfreie Strecken.

– Die US-Federals (z. B. US 17) sind interstaatlich, aber nicht ganz so aufwendig und (vor allem im Osten) mit Kreuzungen und Ampeln versehen. Schließlich gibt es die State Routes (z. B. S 1), Landstraßen innerhalb eines Bundesstaates. Außerdem existieren Provinzrouten (County plus Nummer) und natürlich jede Menge „dirt roads“, unbefestigte Schotterstraßen, die man mit einem Standardmietwagen ohne Not nicht befahren sollte. Geländewagen sind da schon zu empfehlen.

– An Tankstellen muss man oft im Voraus bezahlen (Pay First) bzw. eine Kreditkarte hinterlegen. Die Preise variieren. Gegen Barzahlung und/oder bei Selbstbedienung (Self - Serve) gibt es mehr Sprit als auf Kreditkarte und/oder beim Tankwart (Full Serve). Getankt werden in den USA Gallonen (1 Gallone entspricht 3,78 Liter), auf die sich auch die angezeigten Preise beziehen.

– Besonders im Osten der USA gibt es zahlreiche gebührenpflichtige Straßen (toll roads), Tunnel, Brücken etc. Hierfür sollte man immer Kleingeld (change) parat halten.

– Bei Pannen sollte man als erstes seine Mietfirma oder Unfallversicherung anrufen, um die weiteren Schritte abzusprechen. An den Interstates stehen Notrufsäulen in kurzen Abständen zur Verfügung, von denen aus man sich mit der Highway Patrol in Verbindung setzen kann. Diese informiert dann Abschleppdienst, Notarzt etc. Auch der AAA unterhält einen eigenen Pannendienst, den man als Mitglied des ADAC, ÖAMTC und anderer Clubs beanspruchen kann.

– In nahezu allen Bundesstaaten besteht Gurtpflicht für alle Insassen. Beachten Sie, dass auch in Nordamerika der Zusammenhang von Alkoholgenuss und Autofahren inzwischen sehr ernst genommen wird. „Don’t Drink And Drive“ heißt es immer wieder. Mit einschlägigen Polizeikontrollen muss gerechnet werden.

Unterhaltsam wirken mitunter Sprachspiele, die viele Amerikaner mit ihren Nummernschildern betreiben, mit den personal licence plates: wenn z. B. ein Rolls Royce mit dem Kennzeichen PROFIT durch Beverly Hills rauscht oder ein Wagen mit GMICUTE. Mit etwas phonetischer Fantasie wird daraus: Gee, am I cute! („Mensch, bin ich süß!“).

HINWEIS: Sollten Sie daran denken, selbst einen amerikanischen Führerschein zu erwerben, so sei daran erinnert, dass in jedem US-Bundesstaat unterschiedliche Führerscheinregelungen gelten. Links aller 50 Staaten zu diesem Thema, unter anderem zu der jeweiligen DMV-Behörde (KFZ-Zulassungsstelle und Führerscheinbehörde) bietet die Seite http://www.carbuyingtips.com/dmv.htm

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