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RATGEBER: Etikette für den Geschäftsalltag in den USA

Wenn Sie öfter geschäftlich in die USA reisen, werden Sie sicher bereits festgestellt haben, dass es im Kontakt mit Geschäftspartnern, Kollegen und Mitarbeitern ungeschriebene Regeln gibt. Damit Sie auch beim nächsten Mal geschickt möglichen Fettnäpfen aus dem Weg gehen, haben wir für Sie ein kleines ABC der Etikette für den Geschäftsalltag in den USA zusammengestellt.

  • ABENDTERMINE: Schlagen Sie keine Geschäftstermine am Abend vor. Amerikaner haben zwar kein Problem damit, lange zu arbeiten, doch danach möchten sie schnell nach Hause zur Familie. Abendtermine laufen eher informell mit den Partnern ab.
  • ALKOHOL: Halten Sie sich beim Alkoholkonsum zurück. Auch abends. Zum Lunch ist Alkohol sogar nahezu komplett verpönt. Trinken Sie stattdessen Eistee.
  • ANREDE: Reden Sie Frauen nicht mit „Miss“ an! Das klingt für die meisten so albern wie für uns das „Fräulein“. Meist stellen sich Amerikaner mit ihrem Vornamen vor. Dann sollte man sie auch so ansprechen. Ansonsten mit „Sir“ oder „Madam“.
  • BEGRÜSSEN: Auf das obligatorische „How are you?“ nie mit Elogen über die eigene Befindlichkeiten antworten. „I’m fine, thank you” reicht. Der Händedruck ist fest, aber kurz. Wichtig sind Komplimente – etwa über den Blick aus dem Konferenzraum, die Vorbereitung des Meetings, die Stadt, das nette Hotel. Und jammern Sie nicht über Deutschland! Seien sie positiv, das kommt besser an.
  • DANKEN: Bedanken Sie sich ständig! Bei den Teilnehmern des Meetings für ihr Kommen, ihre Zeit, ihr Engagement. Beim Assistenten, beim Lieferanten. Stellen Sie Teilnehmer einer kleineren Besprechung einzeln vor und teilen Sie den anderen kurz mit, welchen Beitrag jede Person geleistet hat oder leisten wird.
  • DRESSCODE: In vielen Branchen – mit Ausnahme der Finanzszene an der Ostküste – geht es tagsüber wenig formal zu. Oft reicht eine Kombination, sogar ohne Schlips. Im Zweifel aber gilt: lieber zu formal als zu lässig, abrüsten geht später immer noch. Für Frauen gilt allerdings überall: nicht zu viel Haut zeigen. Die eher prüden Amerikaner rümpfen darüber die Nase.
  • EINLADUNGEN: Wenn Sie privat nach Hause eingeladen werden, bleiben Sie bitte nicht länger als drei Stunden. Bringen Sie eine gute Flasche deutschen Wein und Blumen mit und referieren Sie kurz über das Anbaugebiet. Vergessen Sie keinesfalls die Dankeskarte am nächsten Tag.
  • ESSEN: Viele Amerikaner schneiden Fleisch oder Fisch erst in mundgerechte Portionen und essen dann mit der rechten Hand, während die linke im Schoss liegt. Unsere beidhändige Variante wird aber akzeptiert.
  • KOMPLIMENTE: Bitte nie Kommentare zum Aussehen einer Person – weder positive noch negative! Das führt kann als sexuelle Belästigung verstanden werden und hat schon manchen seinen Job gekostet. Loben Sie lieber Leistung und Teamwork.
  • KONFERENZEN: Drehen Sie auf Stehempfängen die Runde. Es ist normal, sich wildfremden Leuten vorzustellen und sich nach kurzem Augenkontakt zu einer Gruppen zu stellen, um diese in ein Gespräch zu verwickeln. Woher kommen Sie? Was machen Sie? Für wen arbeiten Sie? – Dieses „working the crowd“ gilt nicht als aufdringlich, sondern kontaktfreudig. Wundern Sie sich aber nicht, wenn Sie ihr Gesprächspartner nach wenigen Minuten einfach stehen lässt. Auch er nutzt die Zeit zum Networking.
  • KRITIK: Mit offener Kritik können Amerikaner schlecht umgehen. Selbst wenn die Ergebnisse unterdurchschnittlich sind: Gehen Sie davon aus, dass der andere sein Bestes gab. Loben Sie kleine Fortschritte und versuchen Sie, kritische Anmerkungen in positive Worte zu kleiden: „That was great, but next time we will even be better.“
  • PÜNKTLICHKEIT: Seien Sie pünktlich, auch wenn Amerikaner das laxer handhaben. In großen Städten gibt es eben Staus und Verspätungen. Umgekehrt: Nie zu früh erscheinen! Das gilt als extrem unhöflich, vor allem bei privaten Einladungen.
  • SMALLTALK: Niemals den US-Präsidenten kritisieren! Politische Themen sind tabu. Lassen Sie sich auch nicht von Fragen, wie „Gibt ihre Kanzlerin eine gute Figur ab?“ nicht zu politischen Vorträgen provozieren. Die Antwort „Ich glaube, sie hat insgesamt ganz gute Presse“ reicht. Weitere No-Nos sind Religion, Rasse, Sex sowieso. Vorsicht bei Vorträgen über unseren Fußball (der hier Soccer heißt)! Das könnte als despektierlichen Äußerungen über „American Football“ missverstanden werden.
  • VISITENKARTEN: Verteilen Sie Ihre Karten nicht einfach. Fragen Sie lieber nach der Business Card des anderen. Sagt der, seine seien ihm gerade ausgegangen, hat er kein Interesse an weiteren Kontakten. Die eigene Karte bieten Sie nur an, wenn Ihr Gespräch über Höflichkeitsfloskeln hinausgegangen ist.

 

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