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News » Newsletter-Archiv » 2009 » Newsletter 02/2009 » Ratgeber: Franchise in den USA
Was bedeutet eigentlich Franchise? Der Begriff Franchise kommt in verschiedenen Bereichen vor. Außer im kommerziellen Bereich auch im Sport, in den Medien und bei Versicherungen. Das Wort „Franchise" stammt laut Duden aus dem Französischen und bedeutet ursprünglich „Freiheit (von Abgaben)". Die Franchise-Definition des Deutschen Franchise-Verbands e. V. (Auszug) lautet:
„Der Begriff ,,Franchise" (als Bezeichnung einer Unternehmensform) und „Franchising" (als Bezeichnung der unternehmerischen Tätigkeit mit Hilfe des Systems) bezeichnet ein spezifisches Vertriebssystem: Franchising ist ein auf Partnerschaft basierendes Vertriebssystem mit dem Ziel der Verkaufsförderung. Dabei räumt das Unternehmen, das als so genannter Franchise-Geber auftritt, meist mehreren Partnern (Franchise-Nehmern) das Recht ein, mit seinen Produkten oder Dienstleistungen unter seinem Namen ein Geschäft zu betreiben [...]".
Weitere Informationen zur Franchise-Begriffsgeschichte finden Sie im Franchise-Lexikon unter Franchising.
Der Franchisesektor wächst derzeit auf dem gesamten Globus und insbesondere auch in den USA, wo das Franchising geboren wurde. Hier entwickelte es sich in zwei verschiedenen Formen:
- Das Franchise von Produkten und Marken, das sich auf den Produktverkauf durch die Franchisenehmer bezieht, die im Gegenzug mit einem Betrag für den Verkauf bezahlt werden. Es handelt sich hier um das bereits in den 50er Jahren benutzte Geschäftsmodell.
- Das Business mit der Formel des Franchising, ist das Modell, das in den USA seit den 50er Jahren jedoch in der Mehrzahl genutzt wird. So wurden ungefähr seit Mitte der 50er Jahre die ersten Restaurants der Marke McDonald's, Pizza Hut und Kentucky Fried Chicken eröffnet. Bei dem hier angewandten Geschäftsmodell identifiziert sich der Franchisenehmer mit dem Franchisegeber (dem Produzenten des Franchise) und die Geschäftbeziehung zwischen beiden Akteuren ist konstant und kontinuierlich. Hier sind außer dem eigentlichen Produkt, der Dienstleistung oder der registrierten Marke auch das Geschäftmodell des Unternehmens, seine strategische Ausrichtung, das Marketing, die Qualitätskontrolle, die interne Kommunikation und die Werbung u.a.m. mit eingeschlossen.
Die Franchise-Bereiche mit den meisten Geschäftmodellen sind der Fast-Food-Sektor, das Hotelwesen und die Gastronomie.
Der Fast-Food-Sektor ist der Bereich, der am meisten Arbeitsplätze schafft und den höchsten Umsatz unter den Franchise-Unternehmen generiert.
Was das Produkt-Franchising betrifft, haben hier die Tankstellen-Unternehmen und der Bereich der Auto-Dienstleistungen den stärksten Anteil.
In den USA sind eine Reihe von Gesetze zur Regulierung des Franchise-Wesens erlassen worden. Die Gesetze beziehen sich vor allem auf die Leitung des Franchiseunternehmens: Ein Bundesgesetz reguliert den Verkauf des Franchisemodells als auch der Geschäftschance. Auf Bundesniveau hat die U.S. Federal Trade Commission im Oktober 1979 die Norm "Trade Regulation Rule on Franchises and Business Opportunità Ventures" erlassen, die eher unter dem Namen "The Rule" bekannt ist. Der Erlass trifft Aussagen zu schlechten und betrügerischen Geschäftspraktiken.
Franchising in den USA wird von der International Franchise von Washington (IFA) unterstützt, die 1960 von einer Gruppe von Franchiseunternehmen gegründet wurde. Diese sahen die Notwendigkeit der Organisation einer Interessenvertretung der "Franchise-Welt" und einer Dienstleistung für Unternehmen, die sich mit Franchise selbstständig machen wollen.
Die Vertretung ist zugleich auch ein Treffpunkt für den Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern . Es handelt sich hier um einen Nonprofit Verein, der mittlerweile bereits über 500 amerikanische Franchiseunternehmen repräsentiert.
Führende Franchise-Manager sehen auch Chancen in der Wirtschaftskrise, wie eine Umfrage der IFA zeigt: Einerseits sei die Franchise-Wirtschaft aus früheren Krisen gestärkt hervorgegangen, andererseits gebe es Wachstumpotenzial, sobald sich die Kreditmärkte stabilisierten. Außerdem sei die weitere Entwicklung der Franchise-Wirtschaft stark von der jeweiligen Branche abhängig. Der Studie zufolge könnten Schnellrestaurants und andere Gastronomie-Systeme sogar mit leichten Zuwächsen bei den Franchise-Standorten rechnen.
Die Franchise-Manager blicken insgesamt vorsichtig optimistisch in die Zukunft: Nur 15 Prozent von ihnen rechnen mit Standortschließungen. Die größten Arbeitsplatzverluste sind demnach mit über fünf Prozent in den Branchen Automotive und Einzelhandel zu erwarten. Die größten Umsatzeinbußen haben PricewaterhouseCoopers zufolge die Branchen Hotellerie (3,2 Prozent), Unternehmensdienstleistungen (2,8 Prozent) und Immobilien (2,1 Prozent) zu befürchten. Die Franchise-Manager hingegen geben sich auch hier optimistischer: Nur 30 Prozent erwarten einen Stellenabbau, wohingegen knapp über 70 Prozent sogar an die Schaffung neuer Arbeitsplätze in diesem Jahr glaubt.
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