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News » Newsletter-Archiv » 2011 » Newsletter 08/2011 » Story und Lifestyle: Deutsche in Amerika
Haben Sie gewusst, dass ein Deutscher für den Namen Amerika verantwortlich ist? Der Kartograf Martin Waldseemüller hat als erster eine Karte von der "Neuen Welt" angefertigt und den Kontinent zu Ehren von Amerigo Vespucci, der seiner Meinung nach der wahre Entdecker des neuen Kontinentes war, "America" getauft.
Aber auch andere deutsche Einwanderer haben in den Vereinigten Staaten Spuren hinterlassen. Daher möchten wir Ihnen heute die deutsch-amerikanische Kultur näher bringen.
Anfangs emigrierten die meisten deutschen Einwanderer nach Pennsylvania. Im Jahr 1683 wurde die erste deutsche Siedlung auf dem nordamerikanischen Kontinent gegründet.
Die größte Einwanderungswelle der Deutschen gab es Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. Eine weitere Migrationswelle erfolgte nach der Machtübernahme Hitlers 1933.
Gründe für die Auswanderung in die USA waren oftmals ökonomischer Natur. Andere deutsche Immigranten versuchten wiederum auf diese Weise Verfolgungen aufgrund des Glaubens oder des politischen Engagements zu entgehen.
Als Europäer konnten sich die deutschen Immigranten relativ problemlos in die Gesellschaft integrieren. Derzeit leben im Mittleren Westen (Wisconsin, Minnesota, North und South Dakota, Iowa und Nebraska) die meisten Amerikaner mit deutschen Wurzeln. In diesen Staaten hat die Hälfte aller Einwohner deutsche Vorfahren.
Da von Beginn an deutsche Einwanderer zu einer der größten Bevölkerungsgruppen zählten, die in die USA übersiedelten, ist auch der Einfluss der Deutschen auf die amerikanische Kultur entsprechend groß.
Steuben Parade
Jedes Jahr im September kommen Tausende Menschen zur Steuben Parade nach New York, welche die Woche der Deutsch-amerikanischen Freundschaft einläutet.
New York City und Ellis Island waren für Millionen deutsche Einwanderer das "Eingangstor" in die USA.
In New York City lebten die Deutschen in Enklaven, Seite an Seite mit Italienern, Franzosen, Iren, Polen und vielen anderen Völkergruppen.
Deutsche Einwanderer waren immer ein wichtiger Bestandteil im sozialen Gefüge. Am 15. Juni 1904 hat ein tragisches Ereignis die deutsch-amerikanische Gemeinde überschattet, als auf dem Reisedampfer "General Slocum" 1.021 der ca. 1.380 Passagiere, darunter viele Frauen und Kinder aus dem sogenannten "Kleindeutschland", in der Lower East Side von Manhattan, bei einem Brand verunglückten.
In New Yorks "Kleindeutschland" lebten zu dieser Zeit etwa 80.000 Deutschamerikaner. Die Enklave löste sich in Folge des Schiffsunglücks jedoch auf.
Obwohl "Kleindeutschland" nicht mehr existiert, ist die deutsche Kultur an vielen Stellen vorhanden und insbesondere das Interesse daran wieder größer. Auf der Website der Non-Profit-Organisation "Germany in NYC" werden zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Festivals der deutsch-amerikanischen Community vorgestellt.
Deutsche schreiben Geschichte in Pennsylvania
Im 19. Jahrhundert brachen mehrere Glaubensgemeinschaften aus Deutschland nach Amerika auf. Neben ihrem Glauben und ihren Wertvorstellungen, führten Sie auch ihre Arbeitsdisziplin in den USA fort und verschafften der wachsenden amerikanischen Wirtschaft einen Wettbewerbsvorteil.
Während des 19. Jahrhunderts gab es eine Vielzahl von Gruppen, die in der "Neuen Welt" ganz neue Visionen für Gemeinschaften hatten. Besonders erfolgreich war das "Old Economy Village", welches von Johann Georg Rapp, einem deutschen Pietistenführer, und dessen Anhängern in der Nähe von Pennsylvania im Jahr 1805 gegründet wurde. Die Menschen in der Gemeinde lebten in einer Gütergemeinschaft, da sämtliches Privateigentum abgeschafft wurde. Durch die Errichtung von modernen Fabriken zur Textilverarbeitung (Tuchherstellung und Seidengewinnung) gelangte die Siedlung innerhalb kurzer Zeit zu großem Wohlstand.
Old Economy Village ist ein historischer Ort, der jedes Jahr Tausende Touristen anzieht.
Die Region "Pennsylvania Dutch Country" bezieht sich nicht auf die Niederlande, sondern auf "deutsch", also die deutschen Einwanderer, die sich seit dem 17. Jahrhundert in Pennsylvania ansiedelten. Heutzutage leben die Amischen, die Mennoniten und die Herrnhuter Brüdergemeine so wie ihre Vorfahren in den letzten Jahrhunderten. Die Amish People sprechen neben Englisch, wenn etwas Geschäftliches geregelt wird, und Hochdeutsch, was in der Schule unterrichtet wird, einen Dialekt aus dem 19. Jahrhundert, der dem Plattdeutschen ähnelt.
Deutsches Erbe in Texas
Seit sich die ersten deutschen Immigranten im Jahr 1840 in der neugegründeten Republik Texas niederließen, florierten die deutschen Städte, in denen sich deutsche Tradition mit texanischer Gastfreundlichkeit mischte.
Die Stadt Fredricksburg, in der zahlreiche Fachwerkhäuser stehen, grüßt Besucher seiner Website selbstbewusst mit einem "Willkommen".
Die in New Braunfels ansässigen Kunsthandwerker und Handwerker trugen erheblich zur wirtschaftlichen Entwicklung von Texas´ Westen bei und trieben den Handel sowie die Ansiedlung von Industrie in den zentralen Flächen von Texas voran.
Die deutsche Kultur lebte in New Braunfels jedoch erst wieder in den 1960er Jahren auf. Das "Sophienburg Museum & Archives" wurde von Historikern genauso wiederbelebt wie das Ferdinand Lindheimer Haus, das deutsche Dorf "Conservation Plaza" und das Texas Museum.
Deutsches "Language Village" Waldsee
Aus dem deutschen Dorf "Waldsee" wurden die englische Sprache, amerikanisches Essen und die amerikanische Popkultur verbannt. In einem erlebnisreichen Aufenthalt von bis zu einem Monat wird den Gästen die deutsche Kultur näher gebracht.
Das deutsche Camp ist das älteste der "Concordia Language Villages", die inzwischen in 15 Sprachen angeboten werden.
Das Camp sieht wie ein typisches deutsches Dorf aus und besteht u.a. Fachwerkhäusern, einem Uhrenturm und einem Marktplatz, wo Kinder gemeinsam singen und spielen können.
Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren können in diesem Dorf bei den unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten wie Ausflügen in die Natur, Sport, Musik, Tanz, Spiele, Kunst, Werken oder leckerem Essen die deutsche Sprache entdecken oder ihre Sprachkenntnisse vertiefen.
Für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren werden sogenannte "summer villages" angeboten, die aus einer Mischung von Fremdsprachenvertiefung, kulturellen Erfahrungen und spaßigem Summer Camp bestehen.
Des Weiteren werden verschiedene vierwöchige High School Kurse, die angerechnet werden können, sowie College Kurse angeboten. Angehende Deutschlehrer können in Wochenendkursen Ihre Sprachkenntnisse verfeinern.
Schließlich werden auch Sprachreisen in die Partnerstadt Bad Waldsee in Baden-Württemberg organisiert.
Neben den sprachlichen Aspekten wird in "Waldsee Village" auch auf Nachhaltigkeit, Naturverbundenheit und Umweltschutz gesetzt.
Deutsche Feste in den USA
In den Vereinigten Staaten stehen deutsche Feste insbesondere für Bier, Musik, Tanz und deftiges Essen, obgleich dadurch eher bayerische Festivitäten beschrieben werden und diese nur einen Teil der deutschen Tradition ausmachen.
Wer das deutsche Oktoberfest mit Sauerkraut, Bier, Bratwurst sowie Dirndl und Lederhosen auch in den USA nicht missen möchte, der sollte die folgenden Feste nicht verpassen:
- Milwaukee´s German Fest: ist das größte deutsche Fest und findet im Juli statt. Nicht nur Deutschamerikaner, sondern Besucher aus dem ganzen Land feiern bei Musik und Feuerwerk und essen dabei u.a. Torten, Kuchen und Strudel. Außerdem werden viele deutsche Produkte zum Verkauf angeboten.
- America´s Oktoberfest Zinzinatti: In Cincinnati gibt es neben 20 deutsch-amerikanischen Vereinen, einer bilingualen Schule und einer deutschsprachigen Zeitung das größte Oktoberfest außerhalb von München, Cincinnati´s Partnerstadt. Auf dem alljährlichen Oktoberfest in Cincinnati werden 80.500 Bratwürste, 64.000 Portionen Sauerkraut, 56.000 Würstchen und 24.000 Kartoffelpuffer verzehrt.
- Oktoberfest Fredericksburg, Texas: Auch Texas hat sein eigenes dreitägiges Oktoberfest. Bayerische Volksmusik, Polka, Walzer, Ausstellungen, Wettbewerbe und der berühmte "Chicken Dance" sind die Highlights des Oktoberfests in Texas. Neben typisch deutschem Essen, werden mexikanisch-amerikanische Gerichte angeboten.
Ein großes Dankeschön an AmericanDream. Endlich große Wälder, große Tiere und echtes Wetter!
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