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Studium in den USA?
Dieser Artikel setzt ebenfalls den Artikel aus dem Newsletter 11/00 fort, wo wir uns mit dem Ausbildungszeitplan in den USA beschäftigt haben. Diesmal geht es vor allem um Prüfungen und Benotungen. Zum Thema „Studium in den USA“ werden wir in den nächsten Monaten noch einige Beiträge schreiben … .
DAS AKADEMISCHE JAHR Ein academic year (Studienjahr) läuft normalerweise 9-10 Monate, beginnt zumeist Ende August / Anfang September und endet Ende Mai oder Anfang Juni. Ein akademisches Jahr ist entweder in semester, trimester oder quarter
Semester: Das ist die an den meisten Hochschulen übliche Form, zwei terms (Zeiträume) von jeweils 18 Wochen, wobei das Herbstsemester Mitte Dezember und das Frühjahrssemester Mitte April beginnt.
Trimester: Die Unterteilung erfolgt in drei Zeiträumen von jeweils 12 Wochen.
Quarter: Die Unterteilung erfolgt in vier Zeiträume von jeweils 12 Wochen. Das vierte quarter ist das Sommersemester, das freiwillig ist. Von dieser Möglichkeit machen zumeist diejenigen Studenten Gebrauch, die ihr Studium so schnell wie möglich abschließen wollen. Normalerweise studiert man dann aber nur in drei von vier quarters.
Summer schools / summer session: hier wird von einigen Hochschulen eine begrenzte Auswahl von vollen, anrechenbaren Kursen angeboten, mittels derer die Studenten ihre Gesamtstudienzeit verkürzen können bzw. nicht oder schlecht bestandene Kurse des Vorjahres wiederholen können. Für deutsche Studenten bietet das oft die Möglichkeit, „Schnupperkurse“ belegen zu können.
PRÜFUNGEN
Einmalige Abschlussexamen, wo das gesamte Fachgebiet und der Lehrstoff aller Studienjahre abgefragt werden, sind in Amerika unüblich. Das Studium wird an US-amerikanischen Hochschulen in der Regel etappenweise (durch Prüfungen in jedem Kurs am Semesterende) abgeschlossen. Prüfungen sind, mit einigen wenigen Ausnahmen (z. B. freie Kurse, Laborkurse, künstlerische Fächer etc.), grundsätzlich schriftlich.
Kleine tests oder quizzes (5 bis 10 Minuten) können einmal pro Woche in jeder Vorlesung erfolgen.
Mid-term: Die meisten Colleges und Universitäten arbeiten bekanntlich mit Semestern. In der Semestermitte werden in jedem Fach ausführliche Klausuren von ca. einer Stunde, die sogenannten midterm exams geschrieben. Da Sie sich Kurse aus dem gesamten Uni-Angebot auswählen können und sicht nicht alle Professoren unterschiedlicher Fachbereiche abstimmen können, kann es vorkommen, dass Sie mehrere exams an einem Tag schreiben müssen.
Final: Am Ende eines Semesters werden die finals geschrieben, ein- bis dreistündige Klausuren. Für jede belegte Veranstaltung (Vorlesung, Seminar etc.) muß eine Prüfung geschrieben werden. Die Prüfungen entscheiden über die Note für einem bestimmten Kurs, den man in diesem Jahr belegt hat und somit darüber, ob man ihn bestanden hat und demzufolge auch die credits angerechnet bekommt.
BENOTUNG UND KONTROLLFORMEN
Grades: Die weitgehend übliche Benotungsform ist nach wie vor das Buchstabensystem von A (sehr gut) bis F (durchgefallen „flunked the course“).
Credits, points, records: Colleges, Universitäten und Professional Schools verwenden das System der credits, eine Art objektive und abrechenbare Kontrollmöglichkeit für das für einen bestimmten Abschluss geforderte Leistungspensum eines Studenten. Für jeden Kurs den man besucht, bekommt man course credits oder credit hoursload ist die Anzahl der Semesterwochenstunden. Diese richtet sich nach der zeitlichen Aufspaltung eines degree program. Normalerweise beträgt die semester load etwa 16 Stunden pro Woche. Rechnet man noch den Zeitaufwand für Vorbereitungen und Hausaufgaben für einen jeden Kurs hinzu, so kommen amerikanische Durchschnittsstudenten schnell auf das Drei- bis Vierfache (ca. 60 Stunden und mehr).
Die Studienveranstaltungen (Vorlesungen, Seminare, Übungen etc.) werden für die jeweiligen Altersgruppen abgehalten, also z. B. für die lower division: (freshmen und sophomores), für die upper division: (juniors und senior), sowie für graduates (oder auch für seniors und graduates zusammen).
Für einen bestimmten Abschluss muß eine bestimmte Anzahl an credits absolviert werden. Die Hochschulen bestimmen selbst, wie viele credits für einen bestimmten Abschluss notwendig sind. Die aufgestellten Studienpläne aller Fächer und aller Stufen bestimmen ein Rahmenprogramm von Pflicht- und Wahlveranstaltungen (requirements and electives), die als Zahl der Semesterwochenstunden angegeben werden.
Eine jede Kursstunde, die man pro Woche belegt entspricht einer credit hour. Eine Vorlesung, die mit zwei Wochenstunden angegeben wird, zählt folglich two credit hours. Belegen Sie jede Woche vier Stunden Spanisch, werden Ihnen bei Beendigung dieses Kurses vier credits angerechnet. Es gibt ebenso für Praktika im Labor, für eigene Forschung, mitunter sogar für die Anfertigung von Abschlussarbeiten, eine festgelegte Anzahl von credits, wobei zwei oder drei Stunden Labor aber nur als eine credit hourcredits angerechnet.
Um einen Bachelor’s zu machen, muß man ungefähr 120 credits, davon 60 credit hours in general studies und 60 Stunden im major absolviert haben. Das bedeutet, pro Studienjahr müssen in der Regel 30 credit hours (Semesterwochenstunden) abgelegt werden, also 15 Stunden pro Semester. Pro term belegen die Studenten 12 bis 16 credits, also zwischen 4 und 6 Kurse. Ein einzelner Kurs umfasst normalerweise 3 bis 4 credits. Das Zeugnis eines Studenten – das System der credits (units), points und recordsload, course und grade. Die credit hours und die Zensuren, die man in den einzelnen Veranstaltungen erhält, werden zum average gradecredit pointsGrade Point Average oder GPA).
Diesen Grade Point Average erhalten Sie fertig ausgerechnet zum Abschluss eines jeden Semesters auf dem Semesterzeugnis zugesandt. Dabei werden immer alle vorangegangenen Semester bewertet und nicht nur das zuletzt absolvierte. Sie können Ihren GPA meist aufbessern, indem Sie mit schlechten Noten bestandene Kurse wiederholen und diese bessere Note dann einfliessen lassen. Der GPA wird auch zum Abschluss des gesamten Studiums Ihre Abschlussnote darstellen!
BEWERBUNG FÜR DEUTSCHE STUDENTEN
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Wann genau der richtige Zeitpunkt für ein Auslands(teil)studium ist, hängt ganz von den Zielsetzungen ab, die man damit verbindet. Wollen Sie bis zum Zeitpunkt Ihrer Studienaufnahme oder Lehre, Zivildienst oder ähnlichem in Deutschland ein Jahr sinnvoll überbrücken und Lebenserfahrungen sammeln oder möchten Sie sich mit dem amerikanischen Hochschulwesen vertraut machen, um dessen vielfältigen Möglichkeiten zu erkundigen, dann wäre die Zeit direkt nach dem Abitur oder Fachabitur sehr günstig. Sie müssten den Aufenthalt in diesem Fall allerdings weitestgehend selbst bezahlen. Wenn Sie auf finanzielle Unterstützung hoffen, tun Sie also besser daran, nach Abschluss des Grundstudiums in die USA zu gehen. Warum? Deutsche Förderungsprogramme gelten grundsätzlich für Studenten, die innerhalb Ihres Studienprogramms in Deutschland (in der Regel nach Abschluss des Grundstudiums) oder danach ein Austauschangebot (z. B. als Forschungsjahr für die Promotion) nutzen. Zu diesem Zeitpunkt haben Sie auch weitaus bessere Chancen auf ein Stipendium aus amerikanischen Quellen zu bekommen. Amerikanische Stipendien an Abiturienten werden nur sehr selten vergeben.
Leider haben deutsche Studenten in Fachrichtungen wie Jura, Psychologie, Medizin oder verwandter Fächer wegen zu gravierender Unterschiede im Inhalt und Aufbau des Studienganges nicht diesselben Möglichkeiten, wie Studenten anderer Fachrichtungen. In der Regel kommt für sie nur ein Auslandsstudium nach dem deutschen Examen in Frage, es sei denn, es gibt zwischen Ihrer Hochschule und einer amerikanischen Partnerhochschule eine bilaterale Kooperationsvereinbarung.
Viele Studenten der höheren Semester nutzen die Möglichkeit, nach dem Hochschulstuduim in Deutschland ein Zusatz- oder Aufbaustudium in den USA aufzunehmen, um auf diese Weise berufliche Zusatzqualifikationen zu erwerben. Andere wiederum studieren im Rahmen Ihrer Promotion zu Forschungszwecken für ein Jahr an einer amerikanischen Hochschule.
Bei der Entscheidung über die Dauer des Studiums, d. h. ob Sie nur ein Jahr oder ein komplettes Studium in den USA absolvieren wollen, spielen sicherlich verschiedene Faktoren eine Rolle. Der wichtigste Gesichtspunkt, der zu bedenken wäre, ist zweifelsohne die Frage der Finanzierung, denn in den USA liegen die Studiengebühren bekanntlich sehr hoch und Stipendien aus deutschen Quellen laufen grundsätzlich nur für die Dauer eines Jahres. Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen ist eine Verlängerung für ein weiteres Jahr möglich. Arbeitsmöglichkeiten für ausländische Studenten sind rar, insbesondere was das Anfangssemester betrifft. Eine weitere Frage, die Sie vorher bedenken sollten, ist die, wo Sie später voraussichtlich leben und arbeiten möchten. Falls Sie bereits wissen, dass Ihre Wunschheimat die USA sein sollen, so wäre ein Vollstudium dort durchaus empfehlenswert. Anderenfalls ist es angebracht, erst einmal ein Studium in Deutschland aufzunehmen und nach dem Auslandsjahr an einer amerikanischen Gasthochschule auch an die heimatliche Hochschule zurückzukehren und dort das Abschlussexamen zu machen.
In den nächsten Monaten werden Sie zum Thema „Studium“ auch über die folgenden Themen informiert: Zulassungsbedingungen, Anerkennung des US-Studiums in Deutschland, Fördermöglichkeiten, Beantragung des F-1 Visums
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