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Das amerikanische Krankenversicherungssystem

Das amerikanische KrankenversicherungssystemAm 22.03.2010 war es soweit, 219 Abgeordnete stimmten für die Gesetzesvorlage und damit für die US-Gesundheitsreform. 32 Millionen bisher unversicherte Amerikaner werden sich künftig eine Krankenversicherung leisten können, zum Teil auch durch staatliche Zuschüsse. Jeder Amerikaner muss nun eine Krankenversicherung abschließen. Im Gegenzug dürfen nun Personen mit Vorerkrankungen nicht mehr von  den Versicherungen abgelehnt werden, Sozialschwache werden über einen Risikopool versorgt, "Medicaid" wird auf Geringverdiener ausgedehnt und Eltern dürfen Ihre Kinder bis zum Alter von 26 Jahren mitversichern. Was in den meisten europäischen Ländern seit Jahrzehnten Standard ist, kommt in den USA fast einer Revolution gleich!

Bisher funktionierte das System folgendermaßen: Die medizinische Versorgung der Amerikaner wird durch mehrere separate Versicherungssysteme gewährleistet. Mehr als zwei Drittel der Amerikaner erhalten ihren Krankenversicherungsschutz über private Versicherungen, davon die überwiegende Mehrheit (ca. 60%) der US-Bevölkerung über ihren Arbeitgeber und etwas mehr als 9% über eine individuell erworbene Krankenversicherung. Lediglich ein Drittel der Amerikaner ist über eine der beiden großen staatlich finanzierten Säulen des US-Krankenversicherungssystems abgedeckt: 13.7% durch das von der Bundesregierung finanzierte Medicare-Programm (Amerikaner über 65 Jahre und Behinderte) und 13% durch das von Bund und Ländern finanzierte Medicaid-Programm. Die dritte Säule des öffentlichen Gesundheitssystems betrifft Angehörige der US-Streitkräfte und kriegsversehrte Veteranen (ca. 3.8% der Bevölkerung). Im Jahr 2005 waren 46,6 Millionen Amerikaner nicht versichert (15,9%).

Die amerikanische Gesetzgebung garantiert allerdings jedem das Recht, unabhängig von der individuellen Zahlungsfähigkeit in Notfällen ärztlich versorgt zu werden. Von nicht versicherten Amerikanern wird erwartet, dass sie im Krankheitsfall selbst für ihre medizinische Versorgung aufkommen. Nicht verwundernswert ist daher, dass als häufigster Grund für persönliche Zahlungsunfähigkeitserklärungen in den Vereinigten Staaten die Arztrechnungen nach Krankenhausaufenthalten angegeben wird.

Gruppenkrankenversicherungen: HMO und PPO

Die Gesundheitskosten in den USA sind in den vergangenen Jahren rapide gestiegen und machten im Jahr 2003 über 15% des U.S.-Bruttosozialproduktes aus, eine Verdoppelung ist in den nächsten 10 Jahren zu erwarten. Die meisten amerikanischen Arbeitnehmer (und ihre Familien) sind durch Gruppenkrankenversicherungen abgesichert, die entweder gemeinsam von Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder vom Arbeitnehmer allein getragen werden. Wichtige Sonderformen der Gruppenkrankenversicherung sind HMO und PPO. Hinter der Bezeichnung Health Maintenance Organizations (HMO) verbergen sich Netzwerke, die gleichzeitig Krankenversicherung sind und eigene Ärzte beschäftigen. Die Mitglieder zahlen eine feste Prämie und erhalten damit Anspruch, von den Ärzten des Netzwerks behandelt zu werden. Einen Alternativtyp mit wachsendem Marktanteil bilden die Preferred Provider Organizations (PPO), die es den Patienten erlauben, auch zu Ärzten zu gehen, die nicht dem Netzwerk angehören. Netzwerke wie HMOs und PPOs werden, da sie über reine Versicherungsleistungen weit hinausgehen, als Formen von Managed Care bezeichnet.
Vergleichen Sie genau die Policen und beachten Sie, dass Krankenversicherungen häufig keine zahnärztlichen Leistungen einschließen. Sie benötigen dann eine Extra-Versicherung (dental insurance). Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit arbeiten amerikanische Ärzte häufiger als ihre deutschen Kollegen in Gemeinschaftspraxen zusammen. Für die Patienten bietet das u. a. den Vorteil großzügiger Sprechzeiten. Viele Praxen sind auch am Sonnabend Vormittag besetzt.

Besuch aus Deutschland: Was ist im Krankheitsfall zu tun?

Wenn Angehörige aus Deutschland während eines Besuchs in den USA krank werden, ist es meist kein Problem, auch für diese kurzfristig einen Arzttermin zu bekommen. Auch der Emergency Room steht immer offen. Alle Rechnungen müssen jedoch sofort bezahlt werden, und wenn der Betroffene keine Reisekrankenversicherung abgeschlossen hat, bleiben erhebliche Selbstkosten übrig, die im Rahmen der regulären Krankenversicherung nicht erstattet werden. Man kann deutschen Angehörigen kaum einen größeren Gefallen tun, als sie vor einer USA-Reise daran zu erinnern, ausreichenden Auslandsreisekrankenversicherungsschutz mitzubringen. Für Urlaubsreisende empfiehlt sich dringend ein zeitlich befristeter Auslandskrankenschutzbrief, da auch in diesen "Paketen" ein Rücktransport in das Heimatland ein wesentlicher Bestandteil des Vertrages ist.

Richtige Wahl der Krankenversicherung: Worauf Sie achten sollten

Für Deutsche und andere EU -Bürger , die beabsichtigen sich in Florida oder einem anderen Bundesstaat der USA niederlassen, ist die Wahl einer geeigneten Krankenversicherung ein wichtiger Punkt. Personen, die in Deutschland gesetzlich versichert waren, verlieren mit dem Verlassen des europäischen Sozialversicherungssystems automatisch ihren Versicherungsschutz. Eine Anwartschaftsversicherung kann bei der gesetzlichen Kasse weitergeführt werden.

Es gibt eine Vielzahl von Anbietern die entweder einen zeitlich begrenzten Schutz meist 5 Jahre mit Verlängerungsmöglichkeit anbieten oder zeitlich unbegrenzte Tarife. Grundsätzlich sind beide Möglichkeiten geeignet. Wichtig ist das Studium der entsprechenden Versicherungsbedingungen. Hier ist vor allem auf folgende Punkte zu achten:

  • Was passiert mit dem (zeitlich begrenzten Vertrag) wenn ich ernsthaft krank werde und die Behandlung sich über Jahre hinauszieht?
  • Kann ich den zeitlich begrenzten Vertrag in einen zeitlich unbegrenzten umstellen, wenn ja , ohne erneute Gesundheitsprüfung?
  • Keine Beschränkung auf in Deutschland übliche Gebührenordnungen (Höchstsätze) bei Ärzten, Zahnärzten und im Krankenhaus
  • Direktverrechnungsabkommen bei stationären Aufenthalten bzw. kostenintensiven Behandlungen
  • Kann der Versicherer ab einem bestimmten Alter, z.B. dem 60.Lebensjahr kündigen?
  • Bin ich auch bei einem vorübergehenden oder längerfristigen Aufenthalt im Heimatland versichert?

 

Beibehaltung einer privaten deutschen Krankenversicherung 

Im direkten Vergleich sprechen viele Gründe für eine private deutsche Krankenversicherung, da das deutsche Versicherungsrecht im Vergleich zu den amerikanischen Bedingungen einige deutlich bessere Vertragsbedingungen bietet.
Versicherte in einer deutschen privaten Krankenversicherung in den USA unterliegen nach wie vor dem deutschen Versicherungsrecht, dem sogenannten Versicherungsvertragsgesetz, das für sämtliche Anbieter/Gesellschaften in Deutschland maßgebend ist.

Oft fehlt auch in amerikanischen oder englischen Versicherungsplänen der Schutz bei Zahnbehandlung bzw Zahnersatz. Meist ist auch eine summenmäßige Begrenzung vorgesehen (Pro Jahr oder Lifetime Limit).

Anbei einige Links zur weiteren Information:

TravelSecure - die Reiseversicherung:
Bietet verschiedene Tarife, vor allem für Urlaubs- und Work-And-Travel-Reisen an

Hansemerkur - die Reiseversicherung AG:
Hier haben Sie die Möglichkeit, sich verschiedene Versicherungsprämien für unterschiedliche Reisearten (und Reisedauern) anzeigen und ausrechnen zu lassen. Diese können Sie dann auch ganz einfach buchen

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