Visa Waiver Programm versus B-2 Visum



Einreise USANoch immer träumen viele Personen von einem längeren, touristischen Aufenthalt oder einer Auszeit in den USA. Land und Leute kennenlernen, herumreisen und für einige Wochen oder Monate die Seele baumeln lassen.

Staatsangehörige, die unter das Visa Waiver Programm fallen, also ohne vorherige Beantragung eines Visums in die USA einreisen können, und sich auf einen Aufenthalt bis zu 3 Monate beschränken, haben keine größeren Hürden zu überwinden. Ein gültiger Reisepass, eine rechtzeitiges Einholen der ESTA-Genehmigung und die Reise kann los gehen.

Etwas schwieriger kann es sich für Touristen gestalten, die generell visapflichtig sind und deshalb ein B-2 Visum beantragen müssen. Die Antragstellung erfolgt im aktuellen Aufenthaltsland im Rahmen eines persönlichen Interviewtermins eines zuständigen US-Konsulates. Neben den gängigen Antragsformularen, Gebühren etc., müssen jene Antragsteller insbesondere ihre Rückkehrintentionen (also festen Bindungen an z.B. Deutschland) nachweisen.
Gerade für jüngere Personen kann dieser Faktor zu einem Problem werden - denn in der Regel reicht es den Beamten nicht aus, dass Antragsteller lediglich z.B. einen Mietvertrag vorlegen können. Weitere Nachweise wie z.B. über ein Arbeitsverhältnis / Studienplatz oder zu finanziellen Mitteln können angefordert werden und sind immer sinnvoll.

Täuschen Sie sich nicht - nur der Nachweis, dass man verheiratet ist und Kinder hat, wird den Beamten nicht unbedingt davon überzeugen, dass Sie auch wieder aus den USA zurückkehren. Auch Personen, die sich noch nicht lange im Antragsland aufhalten (z.B. ausländische Personen oder Studenten mit vorübergehendem Aufenthalt) können mit zumindest intensiveren Fragen rechnen.

Einreise USAAntragsteller sollten ihre Unterlagen gut vorbereiten, gleichzeitig jedoch nur die absolut notwendigen und vor allen Dingen sinnvollen Dokumente im Konsulat vorlegen. Denken Sie daran, Ihnen bleiben in aller Regel nur wenige Minuten, um Ihre persönliche Situation und Ihr Anliegen zu schildern.
B-2 Visa werden häufig für 10 Jahre erteilt, dies bedeutet jedoch nicht, dass B-2 Visa Inhaber für 10 Jahre in die USA einreisen dürfen. Die US-Behörden unterscheiden zwischen dem Visum und dem aufenthaltsrechtlichen Status. Letzerer wird vom US-Grenzbeamten bei der Einreise in das I-94 Einreiseformular eingetragen bzw. in den Reisepass eingestempelt. Im Rahmen des B-2 Visums kann ein Status an der Grenze bis zu 180 Tage vom Officer festgelegt werden. Das ist aber kein Rechtsanspruch und so mancher Reisende musste seine Pläne ändern, da der Beamte nur eine kürzere Aufenthaltsdauer eintrug.

Nicht selten kann es auch vorkommen, dass Personen, die eigentlich die visafreie Reise nutzen können, dennoch ein B-2 Visum beantragen - z.B., weil sie eine längere Aufenthaltszeit als 90 Tage planen oder sich noch nicht ganz sicher sind, wie lange sie verreisen möchten. Antragsteller müssen sich allerdings darüber im Klaren sein, dass insofern eine Ablehnung des Visa-Antrages im US-Konsulat erfolgen sollte, dann die Nutzung der visafreien Einreise (mit einer z.B. kürzeren Aufenthaltszeit) häufig nicht mehr realisiert werden kann.
Hintergrund: Visa-Ablehnungen führen nicht automatisch zu einer Sperre der visafreien Einreisemöglichkeit. In der Praxis muss allerdings die ESTA-Genehmigung für das Visa Waiver Programm eingeholt werden. Hier wird auch abgefragt, ob bereits eine Visa-Ablehnung erfolgt ist. Dies muss dann mit JA beantwortet werden, was in der Praxis fast immer zu einer Ablehnung der Reisegenehmigung führt. Reisende sollten also entweder einen kürzeren Aufenthalt planen oder die B-2 Visa Beantragung gut vorbereiten

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