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Haustierhaltung: Unterschiede zwischen Deutschland und den USA

Der beste Freund des Menschen ist bekanntlich der... Hund! Tiere sind in den USA wie hierzulande beliebte Wegbegleiter. Neben Hundkatzemaus finden allerdings auch immer mehr exotische Tiere Einkehr ins Eigenheim. Was ist erlaubt, welche Trends zeichnen sich ab und gibt es Unterschiede in der Haustierhaltung zwischen Deutschland und den USA?

 

In der heutigen Gesellschaft sind Heim-, Nutz- und Wildtiere ein wichtiger Bestandteil, der in nahezu jedem Land eine Rolle spielt. Auch zwischen einzelnen Ländern gibt es durchaus markante Unterschiede, die sich auch beim direkten Vergleich zeigen, etwa zwischen Deutschland und den USA. In Deutschland sind es laut der Bundeszentrale für politische Bildung allein 8,2 Millionen Katzen und 5,3 Millionen Hunde, die dem Menschen als Begleiter und Vertraute zur Seite stehen. An Nutztieren gibt es hingegen knapp 90 Millionen Rinder und 150 Millionen Schweine in ganz Europa. Das Bild vom Tier und vor allem der Nutzung des gemeinsamen Lebensraums Natur hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stark gewandelt, vor allem die kulturelle und soziale Entwicklung des Menschen spielt dabei eine Rolle.

Die Würde und der Wert des Tieres werden demnach immer wichtiger, wenngleich auch noch nicht wichtig genug, wie sich an vielen Beispielen von Massentierhaltung, Tierquälerei etc. zeigt. Dass die USA in ihrer Gesetzgebung beim Tierschutz die Nase vorn hat, wird im Folgenden näher beleuchtet:

Haustiere sind sowohl in den USA als auch Deutschland sehr beliebt

Laut der National Pet Owners Survey  besaßen 2009 knapp 62 Prozent aller U.S.-Haushalte ein Haustier – vor etwa 20 Jahren lag dieser Wert noch bei 56 Prozent. Am beliebtesten sind dabei Hunde, Katzen und Vögel, in Zahlen ausgedrückt bedeutet das: fast 94 Millionen Katzen, 77,5 Millionen Hunde und 15 Millionen Vögel. Haustiere sind demnach also sehr beliebt und so überrascht es kaum, dass zum damaligen Zeitpunkt mehr als 43 Milliarden Dollar allein für Haustierbedarf ausgegeben wurden.

Katze auf US-Flagge

Viele von ihnen stellen dabei einen guten und treuen Freund dar, aber auch für gegenseitige Zuneigung, zum Schutz oder als Trostspender wird der tierische Begleiter gern ins Heim geholt. Grundsätzlich werden Haustiere also sehr hoch geschätzt und haben in der amerikanischen Gesellschaft einen wichtigen Stellenwert.

Neben der normalen Haustierhaltung sind die USA allerdings auch dafür bekannt, dass die Haustierhaltung durchaus auch etwas bizarr ausfallen kann. Denn anders als in Deutschland sind in Amerika deutlich mehr Exoten anzutreffen, von denen viele hierzulange gar nicht erlaubt sind. Experten schätzen sogar, dass in den USA mehr exotische Tiere privat gehalten werden als in Zoos, so soll es beispielsweise allein 5.000 Tiger geben, die in privaten Gärten und Häusern leben. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Kauf und Verkauf von Exoten ein Milliardengeschäft darstellt. Dass sich die Unterbringung wilder Tiere aber nicht nur als gefährlich herausstellen kann, sondern darüber hinaus auch noch grausam ist, vergessen oder ignorieren viele Halter. Tierschützer setzen sich zwar dafür ein, dass ein Verbot für die Haltung ausgesprochen wird, doch ganz so einfach ist es bisher leider nicht: denn während mancherorts zwar eine Lizenz für die Hundehaltung benötigt wird, so ist dies bei Löwe, Pavian oder Riesenschlange nicht der Fall – sie dürfen derzeit einfach gehalten werden.

Allerdings ist diesbezüglich nicht nur die Gesetzeslage in den USA uneinheitlich, sondern auch in Europa und sogar innerhalb Deutschlands. Die Zoologin Ines Hofer, die bei Peta für die Wildtierproblematik zuständig ist, sagt: "In Deutschland können sich Privatpersonen ohne jegliche Vorkenntnis Präriehunde, Affen oder Wickelbären kaufen."

Wie viele Exoten sich tatsächlich in Privathaltung befinden, lässt sich aufgrund fehlender Kontrolle und Regulierung jedoch kaum sagen. Klar ist aber: es sind zu viele. Nicht zuletzt auch deshalb, weil eine artgerechte Haltung im Garten oder gar Haus schlichtweg nicht möglich ist.

Bei Exoten sollte besser zu Papageien und Kleintieren gegriffen werden

Neben diesen extremen Formen der Tierhaltung werden allerdings auch gerne andere exotische Arten gehalten, die gesetzlich weniger kritisch betrachtet werden. Dies gilt insbesondere für Papageien, angefangen bei Wellensittich und Kanarienvogel bis hin zum Ara oder Graupapagei – gerade letztere Arten sind dabei aufgrund ihres intelligenten und sozialen Verhaltens sehr gefragt. In diesem Bezug allerdings sehr wichtig: Die Einzelhaltung von Papageien ist verboten und sollte keinesfalls von Tierhaltern praktiziert werden – denn die sensiblen Vögel leiden unter der Einsamkeit und benötigen den Kontakt zu Artgenossen. In Deutschland wurde dies seit 2005 auch im bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz festgehalten.

Trends und Eigenheiten

Amerika ist bekanntlich ein Land, in dem sich viele Trends entwickeln und mitunter schnell Fahrt aufnehmen. Dabei macht auch die Haustierhaltung, allen voran die Hundehaltung, keine Ausnahme und so kann es teilweise doch immer wieder überraschen, welche zum Teil eher bizarren Eigenheiten sich Tierhalter aneignen und praktizieren. Viele von ihnen schaffen es über kurz oder lang auch über den großen Teich bis nach Deutschland, bei einigen werden Europäer hingegen eher stutzig:

Das Hunde-Accessoire

In den USA liegt der Hund in einigen Bundesstaaten ganz klar als beliebtestes Haustier vorn, während er in Deutschland erst nach der Katze kommt. Vielerorts wird er verwöhnt, Rassen wie der Chihuahua werden aufgrund ihrer Größe gern getragen und sind nicht zuletzt auch durch prominente Besitzer wie Paris Hilton bekannt. Von diesem Trend mag man nun halten, was man will, eine artgerechte Haltung bekommt der Hund als Accessoire jedoch nur bedingt. Und wer die amerikanische Fast-Food-Kette Taco Bell kennt, der weiß sicher auch, dass diese einen Chihuahua als Maskottchen haben. 

Der Hundefrisör

In den USA, aber auch in anderen Ländern wie China sind Hundesalons ein absoluter Renner, in denen die Vierbeiner mitunter einiges über sich ergehen lassen müssen. Denn neben Pflegebehandlungen und Fellschnitten werden sie mittlerweile auch gefärbt und das Fell wird so drapiert, dass sie unter anderem in bunten Farben oder Tigermuster daherkommen. Der bizarre Trend stößt in Deutschland nicht auf Gegenliebe, denn auch hier scheint der Vierbeiner abermals nur Mittel zum Zweck zu sein. Hundesalons gibt es mittlerweile allerdings auch in Deutschland, jedoch vor allem für die Pflege oder angenehme Wellness-Behandlungen des Hundes.

Der Hundeflüsterer

Sogenannte Hundeflüsterer wurden in den letzten Jahren immer populärer, allen voran Cesar Millan. Der umstrittene Hunde-Guru wird von vielen Hundehaltern verehrt, gleichzeitig aber auch wegen seiner harten Methoden kritisiert. Laut Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund wären seine Methoden – darunter die Verwendung von elektrischen Halsbändern oder Tritte in die Seite – in Deutschland nicht tierschutzkonform. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile einige sehr bekannte Hundecoaches, aus Funk und Fernsehen ist vor allem Martin Rütter mit seiner Serie „Der Hundeprofi“ bekannt. Er distanziert sich von den Methoden und hält sie für nicht mehr zeitgemäß (näheres kann unter MOPO nachgelesen werden).

Golden Retriever mit US-Flagge

Pauschalisiert werden sollte an dieser Stelle aber dennoch nicht -  denn sowohl in Deutschland als auch in den USA herrscht eine völlig normale und artgerechte Hundehaltung vor, wenngleich Ausnahmen natürlich die Regel bestätigen.

Tierschutz in Amerika – Europa kann noch einiges von den Nachbarn lernen

Was den Tierschutz angeht, sind die USA Deutschland und anderen europäischen Ländern übrigens noch weit voraus. Die extremsten Formen der Käfighaltung werden dort beispielsweise bereits durch neue Regelungen wie etwa das Verbot von Sauenboxen bekämpft und auch die bisher üblichen Legebatterien wurden 2007 abgeschafft – Millionen von Hennen konnten somit von verbesserten Lebensbedingungen profitieren.

Die USA sind einen wichtigen Schritt gegangen, indem sie mit einer neuen Gesetzgebung Tierquälerei als Schwerverbrechen deklarieren, diese soll offiziell ab 2016 gelten. Dementsprechend hat sich in den vergangenen Jahren also durchaus viel getan. Im Detail bedeutet dies, dass anerkannt wird, dass jedem Tier – ganz gleich ob Säugetier, Fisch oder Vogel – zugestanden wird, über Gefühle und ein Gefühlsleben zu verfügen, sodass sie demnach auch Empfindungen wie Schmerz, Angst, Freude, Trauer oder Zuneigung wahrnehmen können.

Hier mag im ersten Moment zwar gedacht werden, dass diese Erkenntnisse keineswegs neu sind, doch die unwürdigen Zustände der Massentierhaltung sprechen eine andere Sprache. Dies gilt aber nicht nur für Nutztiere, sondern ebenso für beliebte Haustiere wie den Hund – denn ansonsten würde es schon längst keine „Welpenfabriken“ mehr geben. Mehr zu der neuen Gesetzgebung und den Auswirkungen erläutert dieser Beitrag von lumpi4.de.

Dennoch kann und sollte an dieser Stelle aber erwähnt werden, dass auch der Tierschutz in Deutschland stetig Fortschritte macht. Laut BML wird demnach stetig nach Alternativ-Methoden zu Tierversuchen gesucht und auch die Haltung von Nutztieren wird gefördert. Was die Tierquälerei angeht, so findet sich derzeit allerdings nur eine einzige Vorschrift in § 17 Tierschutzgesetz, welche besagt, dass das Quälen von Tieren durchaus strafbar ist – konkret sind mitunter Freiheitsstrafen und hohe Bußgelder möglich, an der Durchsetzung mangelt es in vielen Fällen allerdings noch.