Umzug in die USA

Das eigentliche Auswandern in die USA sollte gut geplant sein. Mit dem Erhalt der GreenCard sind Sie Ihrem amerkanischen Traum den entscheidenden Schritt näher gekommen. Doch jetzt geht es erst richtig los: Angefangen bei der Frage, ob es sich lohnt den ganzen Haushalt nach Amerika mitzunehmen bis hin zur Übersetzung Ihrer Dokumente auf Englisch. Aber keine Angst: Viele Auswanderer vor Ihnen haben bewiesen, dass ein Neustart in den USA gelingen kann - und mit unseren Tipps sollte nichts mehr schief gehen.

Vorbereitung der USA Auswanderung

Sie haben Ihre GreenCard nach dem Gewinn bei der GreenCard Lotterie erhalten? Dann geht es jetzt in die entscheidende Phase! Je besser Sie Ihre Auswanderung vorbereiten, desto entspannter können Sie Ihr neues Leben in den USA beginnen. Mit unserer USA Auswanderer Checkliste behalten Sie alle wichtigen Punkte im Blick und können eine Aufgabe nach der anderen abarbeiten. Um folgende Dinge sollten Sie sich idealerweise im Vorfeld kümmern:

  • Organisieren Sie eine Wohnung oder vorübergehende Unterkunft in den USA
  • Planen Sie Ihren Umzug: Angefangen bei Ihrer aktuellen Wohnung bis hin zur neuen Heimat in den USA
  • Stellen Sie die wichtigsten Dokumente und Zeugnisse zusammen und lassen Sie alles übersetzen
  • Sprachkenntnisse: Frischen Sie Ihr Schulenglisch wieder auf

Auswandern ohne Englisch - geht das?

Vielleicht fragen auch Sie sich, ob es möglich ist in die USA auszuwandern, ohne perfekt Englisch zu sprechen? Auch wenn Englischkenntnisse streng genommen keine Voraussetzung für die Auswanderung in die USA sind, ist es von Vorteil, wenn Sie die Landessprache sprechen, lesen und verstehen können. Wenn Sie noch nicht so gut Englisch sprechen, sollten Sie sich dafür Zeit nehmen. Auch bei guten Englischkenntnisse lohnt sich eine kleine Auffrischung.



Bild von Frau mit Sprechblase mit USA Flagge


Kinder, die kein Englisch sprechen, können es in der Schule lernen. Die staatlichen Schulen in den USA bieten betroffenen Schülern entsprechende Hilfe und Erklärungen an. Schüler, die gerade erst anfangen Englisch zu lernen, können einen Fremdsprachenkurs (English as a Second Language, kurz ESL-Kurs) anstelle des regulären Englischunterrichts besuchen. Schüler, die bessere Englischkenntnisse haben, können in einer normalen Schulklasse untergebracht werden und bekommen zusätzliche Unterstützung. Manche Schulen bieten zusätzliche Kurse nach dem Unterricht sowie Einzelunterricht an.

Erwachsene ohne Englischkentnisse, können sich für einen Fremdsprachenkurs (ESL) anmelden. In der Regel werden diese von staatlichen Weiterbildungsprogrammen für Erwachsene, Volkshochschulen oder privaten Sprachschulen in der Nachbarschaft angeboten. Staatliche Bildungsprogramme für Erwachsene und Bildungsprogramme in der Nachbarschaft finden oftmals in Schulen oder Colleges statt. Die Besonderheit ist, dass Sie in diesen ESL Programmen Englisch direkt von Freiwilligen aus der Nachbarschaft lernen. Der Vorteil: Diese Programme sind entweder kostenlos oder sehr günstig.
 

Welche Dokumente brauche ich?

Es gibt einige Dokumente und Unterlagen, die Sie bei Ihrem Umzug in die USA benötigen. Vergessen Sie bloß nichts zu Hause in der "alten" Heimat! Es empfiehlt sich, alle wichtigen Unterlagen vor dem Umzug zusammenzustellen und übersetzen zu lassen. Wenn Sie erst einmal in den USA sind, können Sie die Dokumente nicht mehr so einfach von den Behörden beschaffen.

Wichtige Dokumente, die Sie unbedingt mitnehmen sollten:


  • Personalausweis und Reisepass dürfen nicht fehlen
  • Beantragen Sie für sich und jedes Familienmitglied eine internationale Geburtsurkunde (auf Englisch) 
  • Ihre Heiratsurkunde oder Scheidungsurkunde sollte im Original und als beglaubigte englische Übersetzung vorliegen
  • Falls Sie Alleinerziehend sind, sollten Sie die Sorgerechtserklärung auf Englisch übersetzen lassen und mitnehmen
  • Falls Sie Ihr Bankkonto im Heimatland nicht auflösen möchten, sollten Sie die Nachweise und Informationen über das bestehende Konto und Bankverbindungen nicht vergessen
  • Denken Sie an Steuerklärungen und wichtige finanzielle Dokumente
  • Lassen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf und Anschreiben) professionell übersetzen
  • Eine beglaubigte Übersetzung und die Originale aller Schulabschlüsse und Arbeitszeugnisse dürfen nicht fehlen
  • Falls Sie noch studieren oder in Kürze Ihr Studium abschließen, sollten Sie Ihren Schulabschluss von einer akkreditieren Organisation anerkennen lassen
  • Beantragen Sie bei Ihrem Arzt einen internationalen Impfpass für jedes Familienmitglied und lassen Sie alle wichtigen Krankenakten auf Englisch übersetzen
  • Falls Sie schon ein Jobangebot oder einen Arbeitsvertrag vorliegen haben, sollten Sie diese Dokumente mit sich führen
  • Zusätzlich zu ihrem deutschen Führerschein empfiehlt es sich beim Bezirksamt einen internationalen Führerschein ausstellen zu lassen

Denken Sie daran, alle wichtigen Dokumente auf Englisch übersetzen zu lassen.


Tipp: Fertigen Sie mehrere Kopien von Ihren Unterlagen an und verteilen Sie diese auf verschiedene Kisten. Noch besser ist es, die wichtigsten Dokumente im Original im Handgepäck bei sich zu führen. Wer weiß schon, ob vielleicht doch ein Karton oder Koffer verloren geht?


Umzug nach Amerika

Über die Jahre kann sich zu Hause so einiges ansammeln. Bevor Sie alles in Container packen und in die USA schicken, überlegen Sie erst einmal ganz genau, was Sie unbedingt nach Amerika mitnehmen möchten. Sie müssen sich auch überlegen, ob Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung verkaufen oder vorerst untervermieten.

Ein gut gemeinter Tipp: Trennen Sie sich von Ihrem Hausrat und Inventar. Das meiste ist unnötiger Ballst. Erstens gibt es in den USA wirklich alles zu kaufen. Zweitens ist es meistens günstiger sich neue oder gebrauchte Möbel und Geräte in den USA anzuschaffen, als Ihre Sachen aus Deutschland zu importieren. Natürlich können Sie wertvolles Porzellan, Erbstücke oder antike Schränke in die USA mitnehmen. Nachfolgend können Sie sich darüber informieren, was zurückbleiben sollte und wann sich eine Mitnahme in die USA lohnt.


Elektrogeräte und Möbel

In den USA gibt es ein anderes Stromversorgungssystem mit 110 Volt Wechselstrom. Sollten Sie also elektrische Geräte aus Deutschland mitnehmen, müssen diese auf 110 Volt umschaltbar sein. Außerdem benötigen Sie einen Adapter. Bei Geräten, die nicht umschaltbar sind (z. B. Geschirrspüler, Mikrowelle, Herd, Staubsauger, Kaffeemaschine) bräuchten Sie sogar einen zusätzlichen Transformator. Bei Reparaturen kommen Sie außerdem nur schwer an Ersatzteile in den USA. Fazit: Lassen Sie Elektrogeräte lieber in Deutschland stehen und kaufen Sie sich neue Geräte in den USA.

Die meisten Möbelstücke können Sie ebenfalls zurücklassen. Verkaufen oder entsorgen Sie Möbel, die Sie nicht mehr brauchen. Die meisten amerikanischen Wohnungen und Häuser sind mit einer Einbauküche inklusive Elektrogeräten ausgestattet. In Schlafzimmern finden Sie meistens Einbauschränke vor. Sparen Sie sich also die Mitnahme Ihres Kleiderschranks!

Geräte, die per Akku betrieben werden, wie Smartphone, Laptop oder Computer können Sie problemlos in den USA verwenden. Alles, was Sie brauchen, ist ein neues Batterieladegerät mit amerikanischem Stecker.


Fahrzeuge

Na, können Sie sich so einfach von Ihrem Auto trennen? Diese Entscheidung ist nicht einfach und auch nicht ganz billig. Gegen eine Mitnahme des Autos sprechen:


  • hohe Transportkosten
  • amerikanische Sicherheits-, Stoßstangen-, Diebstahlschutz- und Emissionsstandards
  • Kosten für Zoll und Einfuhr in die USA
  • Vorschrift des U.S. Department of Agriculture den Unterboden des Autos mit einem Dampfstrahlreiniger gründlich zu reinigen 
  • Eventuelle Umrüstung, Ausfuhr oder ggf. Vernichtung des Fahrzeugs gemäß der amerikanischen Vorschriften

Haustiere

Wer will schon seinen besten Freund zurücklassen? Die Mitnahme von Haustieren in die USA ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Vierbeinige Freunde wie Katzen und Hunde benötigen beispielsweise ein Gesundheitszertifikat vom Tierarzt, das nicht älter als 30 Tage und auf Englisch übersetzt ist. Aber: Die Bestimmungen variieren je nach US Bundesstaat. Informieren Sie sich über die Vorschriften und entscheiden Sie dann, was am besten für Ihren Liebling ist.


Spedition und Umzugskosten

Wenn sich ungefähr abschätzen lässt, welche Habseligkeiten Sie mitnehmen möchten, können Sie sich auf die Suche nach einem Spediteur bzw. Umzugsunternehmen machen. Je mehr Sie mitnehmen, desto teurer wird es. Bei manchen reicht geradeso ein Container, der die Sachen in die USA verschifft. Andere wiederum quetschen alles in mehrere Gepäckstücke und Koffer und transportieren sie dann einfach per Flugzeug. Überlegen Sie sich im Vorfeld, ob Sie Ihr Hab und Gut vom Hafen bis zu Ihrer neuen Wohnung transportieren lassen möchten oder alles selbst organisieren wollen, z. B. um Geld zu sparen. Übrigens unterstützen Spediteure mitunter bei der Zollerklärung. Wie umfangreich Ihre Umzugsanfrage auch sein mag, vergleichen lohnt sich: Holen Sie sich mehrere Kostenvoranschläge ein und vergleichen Sie die Preise. Und stellen Sie für sich die Kosten und den Komfort gegenüber.

Bild von Familie mit Umzugskisten in den USA


Letzter Check vor der Abreise

  • Sind der Reisepass und das Visum von Ihnen und Ihrer Familie gültig?
  • Haben Sie alle wichtigen Dokumente im Original vorliegen und die englischen Übersetzungen zusammengestellt und kopiert?
  • Haben Sie Ihre Wohnung/Ihr Haus verkauft bzw. untermietet?
  • Haben Sie sich beim Bürgeramt abgemeldet?
  • Haben Sie Verträge und Abonnements gekündigt, wie Handyvertrag, Strom, Internet, Zeitschriftenabo?
  • Ist das Finanzamt über Ihren Umzug in die USA informiert?
  • Haben Sie die Rentenversicherungsstelle über Ihren Umzug informiert?
  • Haben Sie sich ggf. um eine Reiseversicherung gekümmert?
  • Wurde ein Spediteur beauftragt?
  • Wird Ihre Post weitergeleitet?
  • Und nicht zuletzt: Haben Sie Ihren Flug gebucht?

Bild von Checkliste für Umzug
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Wohnung oder vorübergehende Unterkunft

Wenn Sie keine Familienangehörigen oder Freunde haben, bei denen Sie vorübergehend in den USA wohnen können, sollten Sie am besten vor Ihrem Umzug in die USA eine passende Unterkunft organisieren. Sie können eine Wohnung bzw. Immobilie mieten oder kaufen. In den USA ist die Wohnungssuche relativ leicht und die Preise für Wohnungen sind niedriger als in Deutschland. Natürlich sind beliebte Wohnorte teurer und Preisunterschiede je nach Bundesstaat ganz normal.


Versuchen Sie monatelange oder jahrelange Mietverträge zu meiden, sondern schauen Sie, dass Sie einen sogenannten Month-to-Month-Vertrag eingehen. So sind Sie viel flexibler. 

Alternativ können Sie vorübergehend ein Hotelzimmer buchen. Dann müssen Sie allerdings mit höheren Kosten rechnen und vermutlich ist auch nicht genügend Platz für Ihr Umzugsgut.

Tipp: Wenn Sie Ihr Umzugsgut zeitweise einlagern möchten, können Sie eine der zahlreichen Self Storage Parzellen nutzen.


Ankunft in den USA

Wenn Sie auf der anderen Seite des Atlantiks angekommen sind, haben Sie die erste wichtige Hürde genommen. Doch der Neustart hält noch viele weitere organisatorische Dinge bereit. Idealerweise haben Sie ein paar Wochen Zeit, bevor der neue Job, das Studium oder das neue Schuljahr für die Kinder startet. Diese Zeit sollten Sie nutzen, um sich ein wenig einzuleben. Aber vor allen Dingen sollten Sie weitere Vorbereitungen vor Ort in den USA treffen.

Nun sollten folgende Dinge auf Ihrer Auswanderer Agenda stehen:


  • Social Security Card
  • Amerikanischer Führerschein
  • Konto bei einer amerikanischen Bank
  • Credit History
  • Krankenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Wohnung/vorübergehende Unterkunft

Social Security Card

Die Beantragung der Social Security Card sollte ganz weit oben auf Ihrer To-do-Liste stehen. Erstens ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Auswanderer eine Sozialversicherungsnummer (Social Security Number) beantragen und zweitens dient die Social Security Card als Identitätsnachweis. Die Sozialversicherungskarte ist also weniger mit einem Sozialversicherungsausweis gleichzusetzen, sondern eher mit einem Personalausweis. Ohne diese Karte können Sie weder arbeiten in den USA, noch ein Konto bei einer amerikanischen Bank eröffnen.

Bild von US Social Security Card und GreenCard


Auch Geldtransfers in die USA werden dadurch sehr erleichtert. Sie können die Social Security Card eigentlich schon vor der Auswanderung im US Konsulat beantragen, aber die Beantragung einer SSC vor Ort in den USA ist viel einfacher. Beantragen können Sie die Social Security Card in dem Social Security Office in der Nähe Ihres Wohnsitzes. Lassen Sie sich beim Ausfüllen der Formulare von einem Mitarbeiter der Social Security Administration helfen. Zur Beantragung benötigen Sie für sich und Ihre Familienangehörigen folgende Dokumente:


  • Reisepass
  • Aufenthaltserlaubnis (GreenCard oder Einreisestempel I-551)
  • Geburtsurkunde

Sie erhalten die Social Security Card etwa zwei Wochen nach Antragstellung.


Tipp: Bei der Beantragung ist es nicht weiter schlimm, wenn Sie zunächst nur eine vorübergehende Ferienadresse angeben können, da in Amerika ein häufiger Wohnortwechsel ohnehin die Regel ist.


Amerikanischer Führerschein

Ihren deutschen Führerschein können Sie in den USA je nach Bundesstaat noch eine Weile nutzen. Maximal jedoch nur zwölf Monate. Hintergrund ist, dass die USA ein Übereinkommen mit Deutschland haben. Dieses besagt, dass ein ausländischer Führerschein für die Dauer von bis zu einem Jahr zum Mieten eines Wagens gültig ist. Es ist also nicht zwingend erforderlich, einen internationalen Führerschein in den USA mit sich zu führen, es könnte aber hilfreich sein.

Bild von Jugendlichen in einem Jeep mit USA Fahne


Auf jeden Fall empfiehlt es sich, einen amerikanischen Führerschein zu beantragen. Der Führerschein hat in den USA einen ganz anderen Stellenwert als sein deutsches Pendant. Der amerikanische Führerschein dient, ähnlich wie die Social Security Card, zur Identifizierung und enthält daher Daten zu Ihrer Person. Die "Driver´s License" ist eines der zentralen Ausweisdokumente in den USA.

Wie in Deutschland auch, müssen Sie für die amerikanische Führerscheinprüfung eine Theorie- und eine Praxisprüfung ablegen. Grundsätzlich hat jeder Bundesstaat in den USA eigene Vorschriften für den Erwerb der Fahrerlaubnis. 

Sollten Sie keinen Führerschein besitzen oder beantragen wollen, so können Sie beim Department of Motor Vehicles (DMV) alternativ eine einfache ID-Card (Identity Card) ohne Führerscheinfunktion beantragen.


Krankenversicherung USA

Das Thema Krankenversicherung in den USA ist sehr komplex. Für Deutsche und andere EU Bürger, die sich in den USA niederlassen, ist die Wahl einer geeigneten Krankenversicherung ein wichtiger Punkt. Personen, die in Deutschland gesetzlich versichert waren, verlieren mit dem Verlassen des europäischen Sozialversicherungssystems automatisch ihren Versicherungsschutz. Allerdings kann eine Anwartschaftsversicherung bei der gesetzlichen Kasse weitergeführt werden.

Bild von Obstschale in Herzform


Im Allgemeinen bezahlen Amerikaner für ihre medizinische Versorgung entweder direkt oder indirekt durch eine Krankenversicherung. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie beim Arztbesuch etwas zuzahlen müssen. In vielen amerikanischen Arztpraxen ist das sogenannte "Co payment" gängig.

Eine medizinische Versorgung ist teuer, deshalb ist es von Vorteil wenn Ihr Arbeitgeber ganz oder teilweise für die Krankenversicherungsbeiträge ("Premium") aufkommt.

In den USA wird die medizinische Versorgung durch ein Mischsystem aus mehrheitlich privaten und öffentlichen Anbietern gewährleistet. Es gibt zwei staatlich gelenkte Sozialprogramme zur Krankenversorgung, die allerdings nur bestimmte Personengruppen erfassen: Medicare und Medicaid.

Medicare

Medicare ist ein einkommensunabhängiges Krankenversicherungsprogramm für Amerikaner über

65 Jahren sowie für Behinderte oder unheilbar kranke Menschen. Das Programm wird durch Beiträge und durch Steuern finanziert. Ältere amerikanische Staatsbürger oder Ausländer mit einer Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung, die mindestens 10 Jahre lang Medicare Steuern bezahlt haben, haben einen Anspruch auf Leistungen.

Medicaid

Medicaid ist ein staatliches Gesundheitsfürsorgeprogramm für bedürftige Personen wie Familien mit Kindern, Schwangere, behinderte und ältere Menschen. Finanziert wird das Programm zur Hälfte durch Steuern der Bundesstaaten und zur Hälfte durch Mittel des Bundes.

Rund ein Drittel der Amerikaner ist über Medicare oder Medicaid krankenversichert.

In vielen Städten und Gemeinden gibt es sogenannte "Clinics" oder "Community Health Centers", in denen kostengünstige medizinische Versorgung angeboten wird. 

Personen, die sich weigern eine Krankenversicherung abzuschließen, müssen eine Strafgebühr zahlen. Von nicht versicherten Amerikanern wird erwartet, dass sie im Krankheitsfall selbst für ihre medizinische Versorgung aufkommen. Nicht verwunderlich ist daher, dass als häufigster Grund für persönliche Zahlungsunfähigkeitserklärungen in den Vereinigten Staaten die Arztrechnungen nach Krankenhausaufenthalten angegeben wird.

Aber keine Sorge: Der amerikanische Gesetzgeber garantiert jedem das Recht, unabhängig von der individuellen Zahlungsfähigkeit, in Notfällen ärztlich versorgt zu werden. 


Rentenversicherung USA

Wenn Sie bereits einige Jahre in Deutschland gearbeitet und somit in das deutsche Rentensystem eingezahlt haben, fragen Sie sich bestimmt, was mit Ihrer deutschen Rentenversicherung und Ihrem Rentenanspruch passiert, wenn Sie in die USA auswandern.

Das amerikanische Rentensystem (Social Security) bildet das Kernstück der sozialen Absicherung in den USA. Die staatliche Altersvorsorge besteht aus einer gesetzliche Renten- und Invaliditätssicherung sowie einer Hinterbliebenenvorsorge (Old Age, Survivors and Disability Insurance, kurz OASDI).

Wenn Sie in den USA leben und arbeiten, müssen Sie Beiträge zur Sozialversicherung leisten. Nichtsdestotrotz ist es ratsam, sich auch in Amerika um eine private finanzielle Vorsorge zu kümmern. Das Rentenalter ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten für ab 1960 geborene Personen mit 67 Jahren erreicht. Es ist jedoch keine Seltenheit, dass Rentner über das Renteneintrittsalter hinaus arbeiten.

Deutschland hat ein Sozialversicherungsabkommen mit den USA, welches die Rentenversicherung einschließt. Um die Voraussetzungen des Sozialversicherungsabkommens zu erfüllen, müssen deutsche Auswanderer mindestens 60 Monate Rentenbeiträge in Deutschland gezahlt haben. Wenn das der Fall ist, besteht die Möglichkeit, eine Altersrente aus Deutschland zu bekommen. Falls Sie weniger als 60 Monate in die Rentenkasse eingezahlt haben, besteht die Möglichkeit einer Beitragserstattung.


Bankkonto USA und Credit History

Möglichst gleich nach Ihrer Ankunft in den USA sollten Sie ein Bankkonto bei einer amerikanischen Bank eröffnen. Dabei ist es von großem Vorteil, wenn Sie bereits im Besitz einer Social Security Card sind. 

Eigentlich unterscheiden sich amerikanische Banken nicht stark von deutschen oder europäischen Banken. Bei jeder amerikanischen Bank gibt es unterschiedliche Kontoarten wie zum Beispiel ein Sparkonto (Savings Account) oder ein Girokonto (Checking Account). Wenn Sie Ihre sogenannte Credit History aufbauen möchten, sollten Sie ein Girokonto eröffnen. Bevor Sie das Konto eröffnen, müssen Sie in der Regel einen Termin bei der Bank vereinbaren. Halten Sie folgende Dokumente und Angaben beim Termine für die Kontoeröffnung bereit:


  • Reisepass, ggf. zusätzlich den Führerschein oder eine andere ID Card mit Bild
  • GreenCard (Lawful Resident Permit)
  • Postadresse in den USA (da Ihre Bankkarte und alle weiteren Informationen an diese Adresse geschickt werden)
  • Telefonnummer und E-Mail-Adresse unter der Sie erreichbar sind
  • Ein Brief, auf dem Ihr Name und Ihre Adresse stehen
  • Social Security Card
  • 100 bis 200 US Dollar Ersteinzahlung (am besten Sie haben bei Ihrer Ankunft genügend amerikanische Dollar bei sich, nur wenige Banken wechseln ausländische Währungen)
Bild von US Dollars
Wenn Sie Ihr Konto eröffnen, werden Sie eine "Debit Card" oder eine "ATM Card" und auf Wunsch Schecks bekommen. Es gibt überall in den Staaten Bankautomaten, sogenannte Automatic Teller Machines (kurz ATM). Genau wie in Deutschland fällt bei der Benutzung fremder ATM Bankautomaten eine Gebühr an. Da die Kreditkarte in den USA das verbreitetste Zahlungsmittel ist, ist der Besitz einer internationalen Kreditkarte dringend zu empfehlen. Um Ihre Credit History aufzubauen, sollten Sie beim Eröffnen eines Kontos auch gleichzeitig eine "Secured Credit Card" beantragen.
 

Credit History

Nach der Eröffnung des Bankkontos können Sie mit dem Aufbau der sogenannten Credit History anfangen. Vielleicht fragen Sie sich, was eine Credit History ist? Eine Credit History ist die finanzielle Vergangenheit bzw. "Kreditgeschichte" einer Person und wichtig, wenn Sie in den USA eine Wohnung kaufen, einen Kredit aufnehmen oder eine neue Kreditkarte beantragen.

In der Credit History bemisst sich anhand der folgenden Kriterien:


  • Kreditkartennutzung: Bezahlen Sie Ihre Rechnungen immer Ende des Monats
  • Pünktliche Zahlungen der Salden: Vermeiden Sie offene Rechnungen 
  • Negativeinträge von Insolvenz bis Bankrott
  • Durchschnittsalter aller Konten: Aus diesem Grund ist es wichtig sofort ein Konto zu eröffnen
  • Anzahl von Kreditkonten

Mit einer Secured Credit Card haben Sie die Chance einen Kredit aufzunehmen und einen guten Credit Score aufzubauen. Nicht bezahlte Rechnungen sind schlecht für den Credit Score. Wenn Sie Miete und Strom pünktlich zahlen, baut sich Ihre Credit History schnell auf.